Das Schönheitsideal unter einigen schwulen Männern lautet: durchtrainiert, muskulös und niemals zu fett oder zu dünn. Und auf keinen Fall zu feminin. Wer dem Ideal nicht entspricht, hat es schwer.

Schwule, die dem Schönheitsideal nicht entsprechen, werden von der Community schonmal "gehatet". Das zeigt auch die Studie "Fat chance! Experiences and expectations of antifat bias in the gay male community" von Olivia Foster-Gimbel und Renee Engeln, die sie im Fachmagazin "Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity" veröffentlicht haben. Befragt haben sie 215 schwule Männer zwischen 18 und 78 Jahren.

"Die Erwartungen an den perfekten Körper sind für schwule Männer besonders hoch."
Florian Prokop, ze.tt-Magazin

Homosexuelle empfinden Männer schon als übergewichtig, die von Heterosexuellen noch als normalgewichtig eingestuft werden. Männer mit leichtem Speckansatz werden demnach in der Community ignoriert, ausgegrenzt und schlimmstenfalls beleidigt. Unter #Nofatsnofems wird im Netzt die Norm, der "Mann" entsprechen sollte, verbreitet.

Verzerrte Wahrnehmung

Belegt wird diese kognitive Wahrnehmungsverzerrung - antifat bias - auch durch das Ergebnis einer Studie der Columbia Universität aus dem Jahr 2007. Zwei Drittel der Männer, die Essstörungen haben, sind schwul. Außerdem geben in den USA laut der Marktforschungsfirma "Community Marketing" Schwule im Vergleich zu allen anderen am meisten Geld für Fitness aus.

Absurd wird es an dem Punkt, wenn Schwule auch nicht dem Ideal des "richtigen Mannes" entsprechen, also feminin wirken. Dann, so Florian Prokop vom ze.tt-Magazin, kommt zum Bodyshaming auch noch das Gendershaming hinzu. Innerhalb der Community gäbe es aber noch viele Subcommunitys, erklärt Florian. Doch die meisten Gruppen definieren sich über das Äußere.