In Berlin blüht gerade eine Titanwurz und erregt damit ziemlich viel Aufsehen: Denn sie ist nicht nur die größte Blume der Welt - sie stinkt noch dazu gewaltig. Alles für die Fortpflanzung natürlich.

Die Besucher kommen seit ein paar Tagen in Scharen in den Botanischen Garten in Berlin, um sie zu sehen: die Titanwurz. Oder besser gesagt: die blühende Titanwurz. Denn das ist ein äußerst seltenes Schauspiel. Nur alle fünf bis zehn Jahre erblüht die Pflanze, die aus Indonesien stammt und als größte Blume der Welt gilt.

"Der Weltrekord liegt bei 3,10 Meter Höhe - die Wurzel kann mehr als 100 Kilogramm wiegen."
Gesche Hohlstein, Pressesprecherin vom Botanischen Garten Berlin

Wenn die Titanwurz einmal blüht, müssen Hobbybotaniker sich beeilen - denn sie blüht nur drei Tage lang. Wer sie dabei bestaunen will, sollte außerdem nicht allzu geruchsempflindlich sein. Neben ihrer enormen Größe hat die Titanwurz nämlich noch eine zweite charakteristische Eigenschaft: Sie stinkt bestialisch.

"Am ersten Abend verströmt die Titanwurz wirklich einen fürchterlichen Leichengestank - als wenn eine tote Ratte im Beet liegt."
Gesche Hohlstein, Pressesprecherin vom Botanischen Garten Berlin

Mit ihrem Geruch, der an verwesende Kadaver erinnert, will die Pflanze Aasfliegen anlocken, die sie dann bestäuben sollen, erklärt die Biologin Gesche Hohlstein, Pressesprecherin des Botanischen Gartens in Berlin. Obwohl es in der Nähe der Titanwurz also wirklich atemberaubend stinkt - Gesche Hohlstein ist fasziniert: "Das ist wirklich Hochleistungssport, was die Pflanze da macht."