Die Kölner sind nett: Sie sagen nicht "Fremder" zu den neu Zugezogenen in der Stadt, sondern "Imi". "Imi" hat eine Bedeutung wie "imitierter (oder imitierender) Kölner". Wer nicht schon in der dritten Generation in der Stadt wohnt, ist eben kein waschechter Einheimischer. "Na, Du Imi!", sagen die Ur-Kölner eher liebevoll, um das "Fremder" zu vermeiden, was beispielsweise im Wilden Westen einen gefährlichen Ausschluss aus der Gesellschaft bedeuten konnte.

Solche kulturellen Unterschiede wie etwa zwischen Rheinländern und Sachsen bestehen nicht nur im eigenen Land, sondern in noch viel größerem Umfang zwischen Völkern und Regionen. Der Sprach- und Literaturwissenschaftler Lutz Huth von der Universität der Künste in Berlin befasst sich in seinen Forschungen mit diesem Themenbereich.

"So, dass man also sagen kann, die obere Unterscheidung ist die: modern - nicht modern."

Er erzählt von persönlichen Begebenheiten, wie das ist, wenn man im Flugzeug jemanden aus einem anderen Kulturkreis kennenlernt, der sich so ganz anders verhält als man das selbst gewöhnt ist. Dies, sagt Lutz Huth, führe dann oft zu Fehldeutungen und Missverständnissen. Ein großer Teil dieser Unterschiede gründen nach seinen Erfahrungen auf dem aktuellen Stand einer Modernisierung der jeweiligen Gesellschaft.

Lutz Huth hat am 1. September 2015 auf der 30. Berliner Sommer-Uni gesprochen. Das Tagungsthema lautete: "Mensch, entwickle Dich!"

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