Takis Würger hat nicht nur bewegende Geschichten aus dem Boxsport in dem Buch "Knockout: Das Leben ist ein Kampf" herausgebracht, sondern er ist auch selbst Boxer.

Anfang 20 volontierte Takis Würger bei einer Tageszeitung und hatte den Auftrag über einen Boxer zu schreiben. Bis dahin war der fast Zwei-Meter-Mann sportlich als Basketballspieler unterwegs, boxen war ihm ganz fremd: "Ich hatte Angst vorm Boxen, gleichzeitig hat es mich auch gereizt," beschreibt Takis seine erste Begegnung mit dem Sport.

Takis begann zu trainieren, war anfangs viel zu steif und kämpfte gegen seine schlechte Koordination. Nach einer langen Trainingsphase stand er dann zum ersten Mal im Ring. Seitdem ist er von der Sportart begeistert.

"Beim Boxen gibt es nur die Möglichkeit umgehauen zu werden oder den anderen umzuhauen. Das ist sehr roh, brutal und es ist gleichzeitig sehr schön, weil es ehrlich ist."
Takis Würger, Boxer und Journalist

Takis liebt an der Sportart die direkte Konfrontation, die wir so im Alltag nicht mehr kennen. Angst hat er keine mehr, auch wenn er schon mehrfach ausgeknockt wurde. "Es nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt, es nicht so, wie es aussieht," erklärt Takis. Sein Problem seien seine schwachen Rippen, wenn er einen Schlag dagegen bekomme, dann ginge er einfach schnell in die Knie.

"Wenn man nicht fit ist, kriegt man mehr auf den Kopf."
Takis Würger, Boxer und Journalist

Inzwischen hat Takis nicht mehr die Zeit, intensiv zu trainieren, und arbeitet wieder mehr als Journalist. Die Menschen und Geschichten, die er im Boxsport erlebt hat, haben Takis dazu bewegt, ein Buch mit den "20 besten Geschichten vom Boxen" herauszubringen. Drei Geschichten hat er selbst zum Buch "Knockout: Das Leben ist ein Kampf" beigesteuert. Eine davon handelt vom Musicalstar Drew Sarich, der Rocky auf der Bühne verkörpert. Der Sänger wog vor seinem Engagement 120 Kilo. Inzwischen ist er ein durchtrainierter Boxer, gegen den Takis selbst schon mal im Ring stand.

Beim Boxen prallen extreme Gefühle aufeinander

Derzeit arbeitet Takis an einem Roman, in dem Boxen eine Rolle spielt. In der Geschichte mixt Takis eine Erlebnisse mit Fiktionalem. "Boxen ist toll, weil es so extrem ist und die Möglichkeit bietet, Glück, Trauer, Verlust und Angst in ganz kurzer Zeit aufeinanderprallen zu lassen. Deshalb ist es ein gutes Medium, um Gefühle zu transportieren."

Knockout vor Angst

Seit Takis selbst boxt, ist er demütig geworden: Einer seiner Kämpfe in Cambridge, wo er ein Jahr lebte, fand in einer Halle mit 1300 Zuschauern statt. Schon bevor er in den Ring steigen sollte, sei Takis so von Angst erfüllt gewesen, dass er auf die Knie gesunken sei und gebetet habe: "Das Boxen hat mir gezeigt, was ich für ein Wicht bin."

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