In Europa gefällt uns der braune Teint, wir verbinden das mit Urlaub. Und in Asien wollen alle so aussehen wie die Europäer - allerdings nur in der weißen Variante.

Früher waren die Feldarbeiter von der Sonne gebräunt. Die reichen und adligen, die sich in geschlossenen Räumen oder auch draußen im Schatten aufhielten, blieben blass und weiß. Das war angesehen. Irgendwann aber gab es so gut wie keine Feldarbeiter mehr, dort pflügten jetzt Traktoren. Und wer braun war im Gesicht, der galt dann nicht mehr als ein einfacher Arbeiter, sondern als einer mit viel Freizeit und der Möglichkeit zu reisen. Er war der Angesehene.

"Angeblich hat Coco Chanel den braunen Teint in Europa populär gemacht. Für solche Entwicklungen ist aber eigentlich nie eine einzige Person verantwortlich. Es ist immer komplizierter."
Prof. Paula-Irene Villa, Soziologin an der Ludwig-Maximilian-Universität München

In den 1990er-Jahren änderte sich der Zeitgeist. Das Gesundheitsbewusstsein stieg, die Menschen erfuhren, wie gefährlich die Sonne ist und dass sie zu Hautkrebs führen kann. Inzwischen hat man sich in Europa auf einen Kompromiss geeinigt: Nicht zu braun (das erweckt den Anschein, als würde man sorglos mit seinem Körper umgehen) und nicht zu blass (dann kommt man ja nie raus und sitzt nur in geschlossenen Räumen).

"Geh nicht in die Sonne!"

In einigen Ländern Asiens dagegen ist eine weiße Haut das zu erreichende Vorbild. Denn die Europäer, die in früheren Zeiten so etwas wie die Weltmacht waren, haben ein Schönheitsideal erschaffen: Helle Haut. Wer etwa in Indonesien im Urlaub ist, bekommt öfter den Satz zu hören: "Geh nicht in die Sonne, nicht in die Sonne, sonst verlierst du deine schöne weiße Haut!“