In der neuen Dokumentation "Francesco" spricht Papst Franziskus sich indirekt für die Anerkennung homosexueller Partnerschaften aus. Etwas um die Ecke zwar, aber er geht mit dem Satz "Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht" ein Stück auf die LGBTQI*-Community zu.

Dass im Vatikan bald Regenbogen-Flaggen wehen und es die Ehe für alle auch in der katholischen Kirche gibt, ist weiterhin sehr unwahrscheinlich. Trotzdem freuen sich viele Katholikinnen und Katholiken, dass sich zumindest ein bisschen was bewegt.

"Unter seinem Vorgänger Benedikt wäre - glaube ich - eine solche Aussage überhaupt nicht getätigt worden. Und dass so etwas dann vom Oberhaupt der katholischen Kirche kommt, hat mich dann schon sehr gefreut."
Florian, katholisch und schwul

Florian ist Ende 20, katholisch und schwul. Er engagiert sich schon seit seiner Jugend in der katholischen Kirche. Anfangs als Messdiener, mittlerweile in der KjGay, einer Untergruppe der KJG, der katholischen Jungen Gemeinde. Als er gemerkt hat, dass er schwul ist, hat das an seinem Glauben erstmal nichts geändert.

"Für mich war klar, ich bin katholisch, ich glaube auch dran, aber ich lass mir da eben auch nicht meine Sexualität dadurch bestimmen."
Florian, katholisch und schwul

Trotzdem steht für ihn schwul UND katholisch sein, manchmal in einem Konflikt. Denn institutionell gesehen stellt die katholische Kirche homo- und heterosexuelle Menschen nicht gleich. Die Existenz von Homosexualität wird zwar akzeptiert, trotzdem können schwule Männer nicht zum Priester geweiht werden und eine Ehe für alle ist in der katholischen Kirche nicht denkbar.

Heimliche Segen für homosexuelle Paare

In manchen Gemeinden können homosexuelle Paare ihre Beziehung aber immerhin segnen lassen. Das passiert aber auch eher heimlich. Florian hat seinen Umgang mit diesen Gegensätzen gefunden.

"Ich sehe vor allen Dingen, und das macht mir auch persönlich Mut: An der Basis ist das in vielen Gemeinden vollkommen problemlos."
Florian, katholisch und schwul

Ob Florian selbst so eine Segnung machen lassen würde, erzählt er in der neuen Episode von "Eine Stunde Liebe", in der er auch darüber spricht, wie er versucht, die Traditionalistinnen und Traditionalisten in der katholischen Kirche zumindest zu ein bisschen mehr Offenheit zu bewegen.