Im Moment ist es im Hafen von Dover extrem ruhig. Doch die meisten Händler haben vorgesorgt, sagt unsere Korrespondentin, und ihre Waren noch vor dem Jahreswechsel verschickt. Durch das Brexit-Abkommen werden sie künftig eine Menge neuer Dokumente ausfüllen müssen.

Auf den letzten Drücker gab es dann doch noch ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien. Eigentlich eine gute Sache - doch viele Händler kritisieren, dass sie so lange im Unklaren gelassen wurden, berichtet unsere Korrespondentin Imke Köhler, die am Hafen von Dover steht.

"Extrem ruhig im Hafen von Dover"

Lange LKW-Schlangen hatte es dort an den Tagen vor Weihnachten gegeben. Im Gegensatz dazu sei es im Moment "extrem ruhig". Doch das sei zum einen typisch für die Zeit um den Jahreswechsel, zum anderen haben offensichtlich viele Händler Vorsorge betrieben und wegen der unsicheren Lage schon zum Jahresende ihre Ware verschickt.

"Ab Mitte Januar wird mit Staus gerechnet."
Imke Köhler, Dlf-Korrespondentin für Großbritannien

Für Mitte des Monats werde dann doch wieder mit Staus gerechnet. Denn das Brexit-Abkommen sei ein juristisches Werk - was genau die Händler oder LKW-Fahrer nun praktisch tun müssten, sei vielen noch nicht klar.

Auf rund sieben Milliarden Pfund schätzt man die zusätzlichen Kosten, die auf den britischen Handel zukommen, weil nun viele zusätzliche Dokumente und Formulare bei der Ausfuhr von Waren ausgefüllt werden müssen: Dokumente, die etwa die Herkunft der Produkte bestätigen, die Sicherheit und mehr.

Hilfe für die Unternehmen

Die Unternehmen und Spediteure klagen, sie bräuchten nun eigentlich schnell Hilfe und Anleitung, so unsere Korrespondentin. Es gebe noch viel zu klären. Die neuen, zusätzlichen Bestimmungen werden noch viel Zeit und Geduld erfordern.

Unser Foto oben zeigt eine Szene vom 31.12.2020: Ein Polizist checkt die Dokumente eines LKW-Fahrers in Dover.