Online kann man inzwischen ja eigentlich alles kaufen - auch Brillen. In letzter Zeit hört man häufiger von Menschen, die sich ihre Brille bei einem Online-Optiker bestellt haben. Wir haben uns Vor- und Nachteile angesehen.

Gleich vorweg: Für Menschen mit einer Augenkrankheit wie grüner oder grauer Star oder hoher Dioptrienzahl ist das Onlineshopping nichts. Sie sollten sich besser von einem Optiker beraten lassen. Für diejenigen aber, die eine Brille zum Lesen oder mit geringer Stärke brauchen, könnte Brillen-Online-Shopping interessant sein.

Selbst Augenarzt und Sprecher des Verbandes deutscher Augenärzte Georg Eckert sagt, Online-Brillenshops sind nicht so schlecht wie ihr Ruf. Wobei er aus medizinischer Sicht dazu rät, sich von einer echten, geschulten Person beraten zu lassen, wenn es um Fragen geht wie: In welchem Winkel guckt die Pupille auf das Glas, oder wie ist der Abstand von der Brille zum Glas?

"Die Brille muss an das Gesicht des Trägers angepasst werden. Da traue ich dem augenoptischen Fachhandel ein bisschen mehr zu als dem Internethandel."
Dr. Georg Eckert vom Verband Deutscher Augenärzte über den Online-Brillenkauf

Die Vorteile beim Brillenkauf im Internet liegen zum einen im Preis. Oft sind die Modelle günstiger als im Fachhandel. Und: Die Auswahl ist größer. Je nach Onlineshop gibt es bis zu 10.000 verschiedene Modelle. Um herauszufinden, welche Brille gut zu mir passt, muss meistens ein Foto hochgeladen werden. Am besten ein Passfoto, auf dem man gut von vorne zu sehen ist. Dann kann mit ein paar Mausklicks jedes Brillenmodell ausprobiert werden. Was am Ende gefällt, wird einfach nach Hause bestellt.

"Ich fand das ganz gut, dass ich die Brillengestelle zu Hause anprobieren konnte. Da hat mir kein Verkäufer reingeredet und ich konnte die Leute fragen, die ich mag."
Brillenträgerin Catrin Altzschner über ihre Erfahrung mit dem Online-Brillenkauf

Je nach Anbieter kann man die Brillen ein paar Tage oder sogar Wochen tragen und ausprobieren. Das einzige, was Catrin geärgert hat, war, dass sie nur fünf Brillen zugeschickt bekommen hat. Das ist die Höchstgrenze. Johannes Groß hat es auch ausprobiert, Brillen im Internet zu bestellen. Er glaubt, dass das Konzept nicht funktioniert. Unter anderem deshalb, weil im Onlinehandel niemand dafür zuständig ist, wenn im Nachhinein mal was mit der Brille ist.

"Online-Brillenhändler suchen verstärkt Kooperationen mit Optikern in den Geschäften. Das zeigt, dass die persönliche Beratung nicht durch so ein Versandhandel-Modell ersetzt werden kann."
Brillenträger Johannes Groß über seine Bedenken zum Online-Brillenkauf

Tatsächlich gibt es den Service mit den Partneroptikern nur bei einem Anbieter. Bei allen anderen muss der Kunde selbst sehen, wo er bleibt, wenn es Probleme gibt: Wenn zum Beispiel die Bügel nachjustiert werden müssen, wenn Druckstellen auf der Nase entstehen oder vielleicht sogar Kopfschmerzen auftreten, weil die Gläser doch nicht die richtigen sind.