Mehl und Hefe sind fast überall ausverkauft, denn viele Menschen scheinen seit der Corona-Quarantäne zu Hause zu backen. Ein Berliner Bäcker hat deshalb keine Angst um sein Geschäft, sondern gibt Tipps für perfekte Brote.

Wer in der letzten Zeit schon mal verzweifelt auf der Suche nach Weizenmehl war, kennt die leeren Supermarktregale. Backen ist anscheinend das neue Trend-Hobby. Trotzdem verkauft Bäckereibesitzer Florian Domberger mehr Waren als vor der Coronazeit.

Erst Spediteur, jetzt Bäcker

Die Leute gönnen sich Frühstück mit Brezeln und Brötchen oder kaufen sogar direkt Mehl und Hefe in der Bäckerei. Dass viele selbst backen, findet Florian Domberger super, denn "an gutem Brot ist die Welt noch nicht zugrunde gegangen".

Florian ist gelernter Spediteur und hat das Backen für sich entdeckt, als er eine Zeit im Ausland gelebt hat. Damals in Australien habe er kaum gutes Brot bekommen.

"Mein erstes Brot aus Sauerteig würde ich heute nicht mehr essen. Es sah aus wie ein Kuhfladen, aber es hat gut geschmeckt."
Florian Domberger, Bäckereibesitzer

An sein erstes selbst gebackenes Sauerteigbrot kann er sich auch noch erinnern, es sah zwar aus wie ein Kuhfladen, hat aber immerhin gut geschmeckt. Jetzt weiß er: Ein guter Teig braucht mindestens 24 Stunden, am besten sogar drei Tage Zeit zu gehen.

Hefe ist was für den Anfang, Sauerteig die höchste Disziplin

Obwohl die Hefe gerade überall ausverkauft ist, ist sie für Florian nur ein Ausweichprodukt. Für richtig gutes Brot braucht er einen Sauerteig-Ansatz, auch wenn der für ungeübte Menschen vielleicht anspruchsvoll ist.

"Ich bin kein geborener Handwerker, sondern halte mich für einen Kaufmann, der Brot liebt. Mein Ziel war nur das Handwerk zu verstehen."
Florian Domberger, Bäckereibesitzer

Und obwohl Florian eine Bäckerei eröffnet hat, sieht er sich immer noch eher als Kaufmann. In der Backstube steht er selten und die eigentliche Brot-Produktion übernehmen Profis für ihn. Für Florian Domberger war es nur wichtig, das Handwerk zu verstehen. Und wer weiß, vielleicht eröffnen nach der Corona-Quarantäne noch andere Hobby-Bäckerinnen eigene Läden.