In die Müsli-Schale kommen keine Flocken mehr, sondern Brühe. In New York wird "broth" geschlürft - mit ordentlich Knochen und Gemüse drin. Martin Schütz hat das Basisrezept. Eins vorweg: Ihr braucht echt viel Zeit.

In New York wird nicht mehr Coffee to go geschlürft, sondern Brühe. Die "broth" gibt es dort auch zum Mitnehmen, und wenn es sein muss, steht der New Yorker auch gerne mal in einer Schlange. Es sei denn, er ist Vegetarier und Veganer.

Denn in die Brühe gehören Knochen rein: vom Truthahn, vom Huhn oder auch vom Rind. Das Wichtigste daran ist, die Knochen wirklich sehr lange in Wasser auszukochen. Wir reden von 24 Stunden. Die Knochen geben Gelatine in die Brühe ab, dadurch wird sie schön dickflüssig. Außerdem steckt in den Knochen Kollagen, also Protein.

"Man kann auch noch einen Schuss Apfelessig ins Wasser kippen", sagt Martin. Das soll helfen, die Nährstoffe aus den Knochen noch besser herauszulösen. Nach 24 Stunden ist die Brühe fast fertig. Dann kommen Salz und Suppengemüse mit in den Topf, und der kommt nochmal für zwei Stunden auf den Herd.

Her mit den Knochen, her mit der Brühe!

Das ist aber erst die Basis. "Man kann noch Ingwersaft mit reinpacken, der hat eine antibakterielle Wirkung", sagt Martin. Auch Chilliöl oder Kurkuma können mit rein. Weitere Extras sind Shiitake-Pilze oder auch Goji-Beeren. Diese Extras gibt es zumindest in den hippen Lokalen in New York City.

"Morgens ein Becher warme Suppe soll laut Ayurveda gut für den Darm sein und helfen, Giftstoffe auszuschwemmen. Brühe schadet also nicht."
DRadio-Wissen-Redakteur Martin Schütz kennt sich aus mit Suppe

Die Brühen sind nicht nur lecker, sondern sollen auch gesund sein. Bei Hühnerbrühe haben Wissenschaftler aus Nebraska nachgewiesen, dass diese bei Erkältungen hilft. Für Vegetarier und Veganer ist der Brühe-Trend natürlich etwas eklig. Aber schlaue Köche arbeiten schon an fleischlosen Alternativen zur Brühe mit Fleisch- und Knochengeschmack.