Bunny Monroe hat ziemlich viele Affären, einen kleinen Sohn - und seine Frau bringt sich um. Nick Cave schreibt in seinem zweiten Roman über einen traurigen Macho, dessen Leben immer mehr aus den Fugen gerät.

Sonnengelber Kleinwagen, Cremepröbchen auf dem Rücksitz - Kosmetikvertreter Bunny Monroe ist unterwegs im Süden Englands. Er "beglückt" Frauen mit revitalisierender Handcreme und marokkanischem Rosenbadöl, und natürlich mit sich selbst. Bunny Monroe hält sich für ein Geschenk Gottes. Dass er mit seinen Affären seine Frau Libby vor den Kopf stößt, stört Bunny wenig - bis Libby sich umbringt.

Bunny Monroe pfeift auf dem letzten Loch

Nach Libbys Tod muss Bunny sich um seinen Sohn kümmern. Der ist neun, leidet an chronischer Lidrandentzündung und liebt Planeten. Bunny hat keine Ahnung, was er mit Bunny Junior anfangen soll, und setzt ihn auf den Rücksitz seines Kleinwagens. Ab geht's, zur nächsten Affäre, und Bunny Junior bleibt auf dem Rücksitz sitzen, während sein Vater seine Kundinnen "versorgt". Geduld heißt diese Übung, erklärt er Bunny Junior. Wenn der auch mal so ein großer Verkäufer werden wolle, dann müsse er wissen, wie man wartet.

Bunnys eigenes Leben geht dabei langsam den Bach herunter: Er begegnet wütenden Ehemännern und Gespenstern, er pfeift auf dem letzten Loch. Und bevor das auch noch verstummt, muss er unbedingt ein paar Dinge geregelt kriegen - für sich selbst, und für den Junior.

"Der Tod des Bunny Munroe" ist der zweite Roman von Nick Cave, und wurde von Stefanie Jacobs ins Deutsche übersetzt.