Bulgarien erlebt gerade eine Welle der Hilfsbereitschaft - wegen der großen Kälte nehmen Menschen Störche bei sich auf und wärmen sie sogar im eigenen Bett. 

Es ging los in einem Dorf im Nordosten des Landes. Dort hatte Safet Halil, ein Straßenarbeiter, fünf Störche mit gefrorenen Flügeln gefunden und sie zum Aufwärmen mit nach Hause genommen. Er kaufte Fisch für seine Gäste, und es gibt Fotos im Netz, auf denen die Störche auf Halils Bett hocken.

Störche sind nicht grundsätzlich hilflos

Obwohl die Störche ihm auch das ein oder andere Mal mit ihren langen Schnäbeln in den Arm gezwickt haben, will er sie noch ein paar Tage behalten. Weil es draußen derzeit einfach zu kalt ist. Das Gefieder der Tiere könnte wieder gefrieren.

Andere Bulgaren folgten seinem Beispiel, bisher haben Halil und andere Menschen aus dem Dorf rund 40 Störche vor dem Kältetod gerettet. Tierschützer halten es für ungewöhnlich, dass so viele der Zugvögel auf dem Rückweg in Not geraten und sie warnten davor, nicht wahllos jeden Storch, sondern wirklich nur hilfsbedürftige Tiere zu Hause aufzunehmen.

"Auch ein Teil unserer Störche ist in der Region. Und die sind dann tatsächlich umgekehrt und in Gefilde geflogen, wo sie dann Futter finden konnten."
Kai-Michael Thomsen, Storchexperte beim Nabu Deutschland

Störche sind nicht grundsätzlich hilflos, aber wenn es so kalt ist, dass sie ihre Flügel nicht mehr bewegen können, dann sollten wir uns ruhig um sie kümmern. Wenn die Vögel nicht mehr fliegen können, sind sie gegenüber Fressfeinden völlig schutzlos - sie können dann nicht mehr auf Bäume oder Masten fliegen und Gewässer sind bei Minustemperaturen auch zugefroren. Kümmern heißt übrigens nicht unbedingt füttern. Der Storchexperte Kai-Michael Thomsen vom Naturschutzbund (Nabu) sagt, dass es die Vögel durchaus ein paar Tage ohne Futter aushalten.

"Wenn die Menschen die Störche füttern, sollten sie Mäuse, Eintagsküken, Fisch und so weiter füttern."
Kai-Michael Thomsen, Storchexperte beim Nabu Deutschland

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