Die Strategen der US-Fast-Food-Kette Burger King haben sich gewaltig in die Nesseln gesetzt - mit einem Werbespot, der eigentlich super-pfiffig sein wollte. 

Die Werbung wurde am 12. April groß im TV und Netz gelauncht. Es war ein Spot, bei dem Burger King auf jeden Fall einkalkuliert hat, dass da sehr intensive Reaktionen kommen würden.

"You are watching a 15-second Burger King ad, which is unfortunately not enough time to explain all of the fresh ingredients in the whopper sandwich. … But I got an idea. … OK, Google: What is the Whopper Burger?"
Burger King-Commercial

"OK Google" ist der Aufweckbefehl für das Home-Assist-System von Google. Der Spot zielt auch auf die Google-Assist-App, die auf vielen Smartphones drauf ist: Wenn der Spot also im Fernsehen oder im Netz läuft und euer Handy in Reichweite ist, dann wird das System aufgeweckt und sucht auf eurem Gerät die Antwort auf die Frage "Was ist ein Whopper Burger?“. Genauer gesagt sucht es die Antwort beim Wikipedia-Eintrag, den Google als Faktenbasis benutzt.

Eingriff in Wikipedia

Und jetzt kommt des Werbe-Gags zweiter Bestandteil: "Die Burger-King-Strategen haben diesen Eintrag passend zum Start der Kampagne ein wenig umgeschrieben", erklärt DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat.

In Wikipedia kann jeder einen Artikel editieren - und als Ergebnis lieferte Google-Assist nun "Der Whopper ist bekannt als Amerikas beliebtester Burger".

Das Imperium schlägt zurück

Nur mögen Wikipedianer es so gar nicht, wenn in Artikeln herumgeschrieben oder Werbung reingeschmuggelt wird. Wikipedia-Nutzer haben sofort kreativ zurückgeschlagen - und dann ging ein Edit-War los

  • Der Whopper besteht zu 100% aus Rattenfleisch und Fußnägeln
  • Der Whopper ist krebserregend
  • Der Whopper ist dem Big Mac weit unterlegen

Google-Assist hat dann natürlich auch diese neuen Artikel-Variationen als Antwort auf die Frage geliefert. Das Spielchen dauerte allerdings nur drei Stunden - inzwischen gab es nämlich einen riesigen Shitstorm, dass Burger King mit dem Sprachkommando die Geräte hacken und diese Werbe-Auslieferung erzwingen würde.

Aktion führt zu Shitstorm

Google hat dann dafür gesorgt, dass das Kommando für den TV-Spot nicht mehr funktioniert - das System springt auf die Stimme im Spot nicht mehr an. Wenn ihr die Frage allerdings selbst stellt, also mit eurer eigenen Stimme, funktioniert die Verlinkung zum aktuellen Wikipedia-Eintrag nach wie vor.