Das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica machte damit Schlagzeilen, Wahlen beeinflussen zu können. Das Unternehmen gibt es zwar nicht mehr, doch jetzt tauchen tausende neue Belege auf, was es alles gemacht hat.

Vor zwei Jahren machte das Unternehmen Cambridge Analytica damit Schlagzeilen, massenhaft Daten auszuwerten, um damit – das ist bis heute nicht ganz sicher – womöglich politische Wahlen zu beeinflussen.

Jetzt ist bekannt geworden: Der Daten-Skandal ist offenbar weitaus größer als bisher gedacht. Das legen Dokumente nahe, die seit kurzem von der Whistleblowerin Brittany Kaiser via Twitter verbreitet werden, einer ehemaligen Managerin von Cambridge Analytica. Die 100.000 internen Dokumente der Firma sollen zeigen, dass die Aktivitäten von Cambridge Analytica weitaus umfangreicher waren als bekannt.

Die Dokumente umfassen E-Mails, Projektpläne, Studien und Verhandlungs-Dokumentationen. Laut Guardian sollen sie belegen, wie Cambridge Analytica für politische Auftraggeber in 68 Staaten tätig war. Die Dokumente betreffen unter anderem Brasilien, Kenia, Malaysia und den Iran.

Quelle von Trumps Spender verschleiern

Auch John Bolton taucht in den Papieren auf, der ehemaligen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Donald Trump. Sie zeigen, wie John Bolton die Dienste von Cambridge Analytica nutzte und wie die Firma dazu im großen Stil personalisierte Daten von Internetnutzern sammelte, mit denen man gezielt das Wahlverhalten von Bürgern beeinflussen könnte.

Ebenfalls könnten die Dokumente Aufschluss über Trumps Großspender geben. Cambridge Analytica, sagt Brittany Kaiser, sei wohl damit beauftragt worden, eine Strategie zu entwickeln, wie man die Quelle der Spenden verschleiern könnte.

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Verschiedene Medien kümmern sich derzeit um die Auswertung der Dokumente. Teile des Materials hat Brittany Kaiser im April 2018 dem britischen Parlament übergeben.

Brittany Kaiser hat sich laut Informationen der Zeitung "The Guardian" nach der letzten Großbritannien-Wahl entschlossen, alle Cambridge-Analytica-Dokumente und E-Mails, die sie noch auf ihren Festplatten hatte, zu veröffentlichen. Für sie sei es laut dem Guardian "absolut offensichtlich, dass unsere Wahlsysteme sperrangelweit offen für Manipulationen sind." Einer der wenigen Wege, uns zu schützen, sei es, so viele Informationen wie möglich öffentlich zu machen.

Was Cambridge Analytica gemacht hat

Das Unternehmen Cambridge Analytica, was es inzwischen nicht mehr gibt, hat Verbraucherforschung betrieben. Mithilfe diverser Daten, auch von Facebook, wurden Persönlichkeitsprofile erstellt, die sehr personalisierte Werbung ermöglichen – diese Marketingform ist auch Mikrotargeting genannt. Bei Cambridge Analytica kamen auch Psychogramme nach dem sogenannten Fünf-Faktoren-Modell aus der Psychologie zum Einsatz.