Schnelles Laufen kann man trainieren. Bis zu einem gewissen Punkt. Sechs Beine sind immer aber schneller als zwei. Wer sich von einem Laufhund durchs Gelände ziehen lässt, erlebt einen wahren Geschwindigkeitsrausch.

Unsere Autorin Anita Horn läuft viel und gern. Zehn Kilometer rennt sie in flotten 48 Minuten. Damit das aber noch schneller geht, war sie zu Gast beim Canicross-Training und hat sich den extrem schnellen Hund Balou dafür ausgeliehen.

Der Greysterhund Balou
© Markus Platzbecker
Alle Hunde können Canicross.

Eine Mischung aus aus Greyhound, Husky, Pointer und skandinavischem Vorsteherhund. Während eines Geländelaufs sind Hund und Frauchen über einen speziellen Hüftgurt und eine Zwei-Meter-Leine mit Rückstoßdämpfer und Notfallkarabiner miteinander verbunden.

"Ich bin geflogen."
Anita Horn, DRadio Wissen
Anita Horn rennt beim Canicross
© Markus Platzbecker
Anita Horn beim Canicross

Canicross ist nicht einfach ein etwas schnelleres Gassi gehen. Der Hund bringt den Läufer im Schlepptau auf richtig hohes Tempo und zieht mit ungeheurer Kraft.

"Es ist so, dass der Zug vom Hund mehrere Kilo ausmacht und in der Flugphase nach vorne zieht."
Trainer Ingo Babbel

Bei ihrem Debüt im Canicross ist Anita Horn heil im Ziel angekommen und dank Balou, dem auslaufwilligen Greyster, deutlich schneller als erwartet. Trotz eines Stopps wegen offener Schnürsenkel.

"Ich hab hochgerechnet auf zehn Kilometer nur noch 36 Minuten und 40 Sekunden gebraucht. 11 Minuten und 20 weniger als sonst.“
Anita Horn, DRadio Wissen

An diesem Wochenende findet wieder die Deutsche Meisterschaft im Canicross in Senne bei Bielefeld mit fast 250 Teilnehmern statt. Die Wettkämpfe sind im Herbst und Winter, weil die Hunde auf hohe Temperaturen sehr stark reagieren und bei Temperaturen über 18 Grad Celsius nicht mehr solch starken Belastungen ausgesetzt werden dürfen.