Lena Dunham hat Cellulite - wie 80 bis 90 Prozent aller Frauen. Im Gegensatz zu denen zeigt sie sich allerdings auf dem Cover der Glamour in kurzer Hose und mit Cellulite. Sie selbst und wir finden das super. Und wir fragen uns: Was ist eigentlich so schlimm an den Dellen?

134.9k Likes, 2,182 Comments - Lena Dunham (@lenadunham) on Instagram: "Mega proud to be sharing the cover of this all women-produced issue of @glamourmag with my sisters,..."
Mega proud to be sharing the cover of this all women-produced issue of @glamourmag with my sisters, interviewed by my wife @jennikonner. Photo by @emmasummerton. Clothing by Marc Jacobs. Sooo don't give a fuck looks by us. But we DO give a fuck. Such a big one ❤️

Bis in die 60er- und 70er-Jahre war Cellulite einfach da. Sie gehörte dazu. Es gab sogar Bond-Girls mit sichtbarer Cellulite. Irgendwann hat sich jedoch die Kosmetikindustrie der Orangenhaut angenommen - und seitdem ist sie erst ein Problem. Es gibt gefühlt tausend Cremes in allen Preisklassen, die dagegen helfen sollen. Vorher-Nachher-Fotos sollen das oft belegen. Der Haken an der Sache: einmal Cellulite, immer Cellulite. Ein Mittelchen dagegen gibt es nicht. Das bestätigt auch der Dermatologe Manuel Cornely, wenn er sagt: "Als Dermatologe und Fachmann auch für Fragen dieses Unterhautfettgewebes kann ich dringend davon abraten, diesen Werbeversprechungen nur ansatzweise auf den Leim zu gehen."

Die Orangenhaut ist Frauen vorbehalten, weil ihr Bindegewebe anders aufgebaut ist als das von Männern. Bei beiden Geschlechtern liegen zwischen der Haut und den Muskeln Bindegewebe und Fett. Bei Frauen ist das Bindegewebe stäbchenweise zwischen diesen Schichten angeordnet - und nicht wie bei Männern kreuzweise. Das hat zur Folge, dass diese Stäbchen bei Frauen wie Pfeiler zwischen der Muskelschicht und der Haut stehen. Dadurch können sich Fettzellen leichter in die Räume zwischen den einzelnen Stäbchen schieben. Dann wölbt sich die Haut nach außen. Das sieht dann aus wie Orangenhaut. Das kreuzförmige Bindegewebe von Männern ist weniger dehnbar, darum können sich Fettzellen nicht durchschieben - die Haut bleibt glatt. Der Grund für diesen Unterschied zwischen Männern und Frauen ist einfach: Der weibliche Körper verändert sich in der Schwangerschaft, darum ist das Bindegewebe dehnbarer angelegt. Dazu kommt: manche Frauen haben eine genetische Veranlagung zu Cellulite.

"Die Menge an Fettgewebe zwischen Haut und Muskulatur entscheidet darüber, wie deutlich Sie eine Cellulite sehen."
Der Dermatologe Manuel Cornely erklärt das Prinzip Cellulite

Massage und Sport gegen Dellen

Zurück zu den Mittelchen gegen Cellulite: Spezielle Cremes helfen fast nie gegen Orangenhaut - einfach weil sie nicht so tief wirken können. Wenn Frauen trotzdem etwas gegen die Cellulite tun möchten, vielleicht weil sie nicht ganz so selbstbewusst damit umgehen wie Lena Dunham oder einfach, weil sie sich in ihrem Körper wohler fühlen möchten, denen empfehlen wir:

  • durch regelmäßige Massagen kann das in der Haut eingelagerte Wasser nach außen dringen. Die Haut wirkt glatter
  • Sport und eine gute Ernährung, um das Körperfett zu reduzieren

Wer darauf keinen Bock hat, der kann sich an Lena Dunham orientieren und den eigenen Körper so umarmen und lieben, wie er ist - mit Dellen am Hintern.