Von klein auf liebt Chase Johnsey es zu tanzen. Sein Körper ist aber zu zierlich, um als professioneller Balletttänzer durchzustarten. Durch einen Zufall entdeckt er eine Tanzgruppe, bei der Männer alle Rollen tanzen - auch die weiblichen. Das ist ein Anfang für Chase, aber es reicht ihm nicht: Er will Ballerina werden.

Als Chase Johnsey beginnt professionell Spitzentanz zu trainieren, ist es ein bisschen so wie damals, als Chase als Kleinstadt-Junge mit dem Tanzen anfängt. Damals kennt er keine anderen Jungen, die gerne tanzen. Aber das ist ihm egal. Er macht es einfach. Weil er das will. Und jetzt, als Chase Teenager ist, gibt es keine Jungen oder Männer, die Spitze tanzen. Aber es ist ihm wieder egal. Er wechselt sogar die Schule, um an einem anderen Ort als Ballerina trainieren zu können. Nur professionell ist es keine Option. Es gibt einfach kein Ballett-Ensemble auf dieser Welt, in dem Männer Spitzentanz tanzen.

Doch durch Zufälle und glückliche Fügungen gelingt es ihm über Umwege eine Karriere als Ballerina zu beginnen.

"There was no hope for me from my teachers really. Because they told me I was never going to be a classical male ballet dancer. They used to make a joke that I had a better feminine body than some of the girls."
Chase Johnsey, Ballerina

Unsere Autorin Johanna Bowman hat bei der Produktion dieser Einhundert-Geschichte besonders beeindruckt, dass Chase Johnsey sich seinen Weg gebahnt hat, ohne Vorbilder für das zu haben, was er vorhatte. Bei ihrem Gespräch hat er Johanna erzählt, dass er festgestellt hat, dass er inzwischen selbst ein Vorbild für andere ist. Das merkt er zum Beispiel daran, dass er oft Nachrichten von Menschen bekommt, die mit ihrem biologischen Geschlecht hadern. Oder er bekommt Zuschriften von Jugendlichen, die, wie er, als Ballerina tanzen möchten. Und jetzt hat er die Möglichkeit, diesen Menschen Tipps zu geben oder sie an jemanden zu verweisen, der sie auf ihrem Weg unterstützen kann. Das ist etwas, was Außenstehende nicht so mitbekommen, aber Chase Johnsey merkt dadurch, dass er etwas erreicht hat.