Geschichten erzählen in Form von Chats, das macht die App Hooker möglich. Solche Chat Fiction gibt dir das Gefühl, dass sich die Geschichte gerade erst entwickelt und sie dir erzählt wird - aus erster Hand.

In den USA boomt Chat Fiction schon länger. In Deutschland ist das Erzählformat bisher noch nicht so richtig angekommen. 

Bei Chat Fiction werden dir Geschichten auf das Smartphone geschickt, ähnlich wie bei einem Messenger. Die Erzählungen werden als Chats zwischen verschiedenen Charakteren erzählt, sodass du die Geschichten im Rhythmus des Chats liest. Dafür drückst du immer wieder den Button, damit es weitergeht. Du kannst aber nicht in die Erzählung eingreifen.

Geschichten erzählen: eine Nachricht nach der anderen

Ausgelöst hat das Interesse an Chat Fiction die App Hooker und ihre Erfinder Prerna Gupta und Parag Chordia. Eigentlich wollten sie Science-Fiction für junge Erwachsene schreiben, aber dann hatten sie die Idee zu Hooker. Die App gibt es kostenlos, aber um sie vollständig zu nutzen, entstehen Kosten.

Mittlerweile wollen auch andere Anbieter bei der Chat Fiction mitmachen. Amazon hat zum Beispiel die App Rapids herausgebracht, die sich an Fünf- bis Zwölfjährige richtet. Mit der neuen App Ten Marks will das US-Unternehmen Jugendlichen beim Mathe-Lernen helfen. Dann gibt es noch Tap, eine App, die neben den Chat-Texten auch Videos und Audios einbindet. Wired hat bereits über die US-Trends berichtet oder auch Techcrunch.

Schnell, spannend, kurz

Mit Hooked dauern die Geschichten etwa fünf Minuten. Meist handelt es sich um Horror- oder Mystery-Erzählungen, die gut als Chat Fiction funktionieren. Die Geschichten entwickeln sich schnell, spielen mit Angst und nutzen Beklemmungen.

In den Chat-Stories sind oft Rätsel versteckt und sie arbeiten mit Cliffhangern. Wenn dich die Geschichten packen, dann sind sie gute Unterhaltung für Zwischendurch. Falls du eher auf lange Romane stehst, in denen sich die Charaktere langsam entwickeln, dann funktioniert das Erzählen mit Textnachrichten wohl kaum.