In China herrscht Smog - das ist keine Neuigkeit. Neu ist, dass ein Bewohner aus Shijazhuang die chinesische Regierung verklagt. Shijazhuang ist die Hauptstadt der Provinz Hebei - eine Industriegegend, die die chinesische Hauptstadt Peking umgibt. Hier ist die Luft inzwischen so dick, dass der Mann Schadensersatz fordert.

Der Chinese sieht sich gezwungen, eine Atemschutzmaske zu tragen und seine sportlichen Aktivitäten in die Wohnung zu verlagern. Als Smog-Opfer fordert er Schadensersatz. Er wohnt in der Stadt mit der zweitschlimmsten Luftverschmutzung: Anfang 2013 wurden regelmäßig Werte gemessen, die außerhalb des messbaren Bereichs liegen.

Pflichtverletzung

Der chinesische Kläger wirft seiner Regierung vor, noch nicht genug für den Luftschutz zu unternehmen - bislang werde der Notfallplan nicht effektiv umgesetzt. Statt der angemessenen Alarmstufe "Rot" gelte immer noch "Orange" und deshalb werde kein Fahrverbot verhängt.

Einen großen Anteil an der Luftverschmutzung hat die Energiegewinnung aus Kohle. Solange China noch wächst, wird sich aber an diesem Problem nichts ändern, das die Regierung versucht zu verschleiern.

Hohe Feinstaubbelastung

Die US-Botschaft in Peking begann 2012 mit eigenen Feinstaubmessungen und veröffentlichte diese im Netz. Das gab Ärger. Die chinesischen Behörden haben später selbst mit Messungen begonnen. Was die US-Botschaft als "gesundheitsgefährdend" einstuft, war laut chinesischer Einstufung "leicht verschmutzte Luft". Inzwischen sind die chinesischen Messungen angepasst worden und damit ehrlich - jetzt messen sie nicht mehr nur große Teilchen, sondern auch den (viel gefährlicheren) Feinstaub.