Die USA und China mögen sich zurzeit nicht und drücken das in Sanktionen und Gesetzen aus, die dem jeweils anderen Land schaden. Manche sprechen deshalb sogar von einem neuen Kalten Krieg.

Die USA haben ein neues Sanktionsgesetz gegen China beschlossen. Damit, so die Begründung, soll China für "repressive Aktionen" gegen die Menschen in Hongkong zur Rechenschaft gezogen werden. Hongkong hatte zuvor ein neues Sicherheitsgesetz verabschiedet.

"Auf die Vernunft der Regierenden würde ich da nicht setzen."
Thomas Jäger, Politikwissenschaftler

Die Sanktionen der USA umfassen unter anderem, Chinesen die Einreise in die USA zu verwehren und Banken zu sanktionieren, die China unterstützen.

"Im Moment ist es sehr schwierig abzusehen, dass es eine Deeskalation geben könnte. Ich gehe zurzeit von einer anhaltenden Spannung in der Beziehung aus."
Kristin Shi-Kupfer, Sinologin und Politikwissenschaftlerin

China kündigte im Gegenzug Sanktionen gegen die USA an. Peking lehne das Sanktionsgesetz der USA ab und fordere Washington auf, sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen, berichtete das staatliche Fernsehen.

"Die USA sind seit einhundert Jahren als Weltmacht immer stärker geworden. Das war das amerikanische Jahrhundert. Diesen Status verlieren die USA gerade. Das sind Verlustängste."
Thomas Jäger, Politikwissenschaftler

"Ich habe im Moment kein Interesse daran, mit China zu reden", sagte Donald Trump dem Sender CBS News.

"Die chinesische Führung ist zu der Überzeugung gekommen, dass es nicht nur auf Seiten Trumps, sondern zunehmend in der gesamten politischen Elite der USA die Einschätzung gibt, dass China als Gegner zu betrachten ist, von dem man sich abgrenzen muss."
Kristin Shi-Kupfer, Sinologin und Politikwissenschaftlerin

Kristin Shi-Kupfer ist Forschungsleiterin Politik und Gesellschaft am Mercator Institute for China Studies, Thomas Jäger ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität Köln. Im Gespräch mit Deutschlandfunk-Nova-Moderatorin Sonja Meschkat sprechen die beiden darüber, warum es nicht Trump allein ist, der die Konfrontation sucht, inwiefern es Parallelen zum Kalten Krieg gibt, und warum die Hoffnung noch nicht verloren ist, dass sich China und die USA wieder annähern.

Das ganze Gespräch hört ihr, wenn ihr auf den Play-Button klickt.

Podcast zur Sendung
  • Update
  • Moderatorin:  Sonja Meschkat
  • Gesprächspartnerin:  Kristin Shi-Kupfer, Forschungsleiterin Politik und Gesellschaft am Mercator Institute for China Studies
  • Gesprächspartner:  Thomas Jäger, Professor für Politik, Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität Köln