Die edlen chinesischen Kampfkünste werden herausgefordert - der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Xu Xiaodong fand sie nicht mehr zeitgemäß. Der Tai-Chi-Meister Wei Lei wollte es ihm zeigen - und verlor.

Der Tai-Chi-Meister Wei Lei hat den Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Xu Xiaodong herausgefordert, nachdem dieser behauptet hatte, die traditionellen chinesischen Kampfsportarten seien nicht mehr zeitgemäß. Xu Xiaodong hat den Kampf angenommen und Wei Lei verlor. Man könnte auch sagen, er ist brutal zusammengeschlagen worden. Jetzt tobt in China eine Debatte darüber, ob Mixed Martial Arts die traditionellen Kampfsportarten überholt hat.

Aus dem deutschen TV verbannt

Mixed Martial Arts (MMA), auf Deutsch etwa Gemischte Kampfkünste, ist eine Vollkontaktsportart, die Mitte der 90er Jahre in den USA entstand. Es ist eine sehr brutale Kampfsportkunst aus Boxen, Kickboxen, Taekwondo, Muay Thai, Karate, Ringen, Judo, Brazilian Jiu-Jitsu und Sambo. Demnach sind Schlag- und Tritttechniken sowie Knie- und Ellbogenstöße erlaubt. Der Kampf findet in einem achteckigen Käfig statt. 

Gewonnen wird nach Punkten, K.O. oder Aufgabe des Gegners. Als besonders brutal gilt, dass sogar noch auf den Gegner eingeschlagen oder getreten werden darf, wenn dieser schon am Boden liegt. Mehrfach sind nach Kämpfen Sportler an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben.

Ungleicher Kampf

Unser Korrespondent Axel Dorloff erklärt, dass der Tai-Chi-Meister Wei Lei akzeptiert habe, nach den MMA- und nicht nach den Tai-Chi-Regeln zu kämpfen. Nach ein paar Sekunden war der Kampf entschieden. Wei Lei stolperte unglücklich bei der Attacke, fiel zu Boden und hat dann mehrere Kopfschläge kassiert.

"Es gibt einige in China, die überzeugt davon sind, dass diese hohen Meister tatsächlich von Baumwipfel zu Baumwipfel fliegen können. So einer hätte gegen den MMA-Kämpfer gewinnen können, wenn er denn wollte."
Axel Dorloff, China-Korrespondent

Tai Chi ist Schattenboxen und besteht aus gymnastischen und rhythmischen Übungen. Es ist eine Form der Lebensäußerung und Meditation, erklärt Axel. Die körperlichen Übungen sind nur ein Teil der gesamten Lehre. Der Kampf hätte anders ausgehen können, sagt Axel. Allerdings kämpfen die wahren Meister des Tai Chi gar nicht, sondern leben zurückgezogen in den heiligen Bergen des Daoismus.

"Mixed Martial Arts ist in den Augen der Traditionalisten einfach banale Schlägerei."
Axel Dorloff, China-Korrespondent

Die Kampfkünste spielen im Selbstverständnis der Chinesen eine sehr wichtige Rolle. Tai Chi gehört zum China-Mythos und wurde den westlichen Kinobesuchern als Kung-Fu verkauft, sagt Axel. Tai Chi wird von Shaolin-Mönchen und in daoistischen Klöstern praktiziert – zum Teil zu Selbstverteidigungszwecken, zum Teil aber auch als Element meditativer Praxis. Diese meditative Kampfkunst wird als edler und höher bewertet. Eine Kunstform, die ein ganzes Kinogenre bediente.

Im konkreten Kampf hat sich MMA als effektiver bewiesen. Ein chinesischer Multimillionär hat bereits eine Millionensumme ausgerufen für denjenigen, der den MMA-Kämpfer Xu Xiaodong besiegt.

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