Zombies sind hässlich, gefährlich und weitgehend nutzlos. Ebenso wie viele Firmen in China. Jetzt nimmt die Volksrepublik den Kampf gegen die Zombie-Firmen auf.

Sie haben eigentlich überhaupt keine Chance zu überleben. Sie produzieren viel zu viel, sie haben wahnsinnig viele Angestellte, die eigentlich gar nichts zu tun haben, diese Unternehmen sind überhaupt nicht profitabel. Sie werden künstlich mit Krediten am (Un)Leben gehalten. Zombie-Firmen eben. Vor allem die klassischen Industrieunternehmen sind betroffen: Stahl, Kohle, Zement und so weiter.

Diesen Zombie-Firmen geht es an den Kragen: Fünf bis sechs Millionen Mitarbeiter werden in den nächsten Jahren rausgeschmissen. Eine wahnsinnige Zahl, auch in Relation von 1,4 Milliarden Menschen, die in China leben. "Das sind natürlich alles individuelle Schicksale", sagt Steffen Wurzel, unser Korrespondent in Shanghai, "und das sind Menschen, die eine Familie ernähren müssen". Die Regierung will nun versuchen, möglichst viele Menschen umzuschulen und in anderen Branchen wieder einzusetzen.

Chinas Hunger ist gestillt

Schuld an der Misere ist eine Fehlplanung. In den vergangenen Jahrzehnten ist China extrem gewachsen, nicht nur von der Bevölkerungszahl, sondern auch von der Infrastruktur her: Straßen, Flughäfen, Gebäude, Fabriken mussten gebaut werden, China hatte damit einen riesigen Appetit auf Stahl, Beton und so weiter. Dieser Hunger ist nun gestillt. "Die riesige Kapazität in der Industrie ist nun over the top", sagt Steffen Wurzel. Jetzt erst zieht China die Notbremse.

"Der Wohlstand der Gesellschaft in China soll getragen werden durch Service und Dienstleistungen."
Steffen Wurzel, Korrespondent in Shanghai

Während die Industriebranche Chinas in der Krise herumdümpelt, geht es dem Dienstleistungssektor deutlich besser. "Die chinesische Regierung will das Land umbauen", erklärt Steffen Wurzel, "von einer Nation, die auf Export und Produktion setzt, hin zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft". Im Prinzip also so, wie wir es auch in Deutschland haben.