Von kurios über sinnlos bis abstrus: Gesammelt wird alles, was sich sammeln lässt. Der eine häuft Eulenfiguren in der Wohnung an, ein anderer Teekannen. Christian Sprang sammelt ungewöhnliche Todesanzeigen.

Die Veröffentlichung einer Todesanzeige hat immer einen traurigen Anlass: Ein Mensch ist gestorben und Angehörige und Freunde trauern um ihn. Nichts daran ist lustig oder amüsant. Aber unter den vielen tausenden Traueranzeigen, die in den Tageszeitungen gedruckt werden, befinden sich immer wieder welche, die durch einen ungewöhnlichen, mal amüsanten, mal anrührenden Text aus der Masse herausstechen.

Ungewöhnlich, aber gut

Auch die Textform unterscheidet sich oft: es gibt Todesanzeigen als Gedicht, in Ich-Form oder als halbseitiges Traktat. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Christian Sprang schätzt den individuellen Umgang mit dem Unausweichlichen. Er und ein paar Mitsammler durchforsten die Todesanzeigen nach ungewöhnlichen Texten, die er dann auf der Webseite Todesanzeigensammlung.de und in Büchern wie "Aus die Maus" von 2009, "Wir sind unfassbar" von 2010 und "Ich mach mich vom Acker" von 2013 veröffentlicht.