Bei manchen kommt das Christkind, bei anderen der Weihnachtsmann. Warum das so ist, und wer jetzt die Geschenke zum großen Fest bringt - wir klären das ein für alle Mal.

Ob der Weihnachtsmann oder das Christkind kommt, hat zunächst ein bisschen mit Religion zu tun, erklärt unsere Reporterin Ann-Kathrin Horn. Das Christkind kommt heute eher in katholischen Gegenden - also in Süd- und Westdeutschland. Den Weihnachtsmann gibt es eher in Regionen, die protestantisch sind - also im Norden, im Osten und in der Mitte der Republik.

"Das Christkind ist eher in katholischen Gegenden verbreitet: in Süddeutschland und Westdeutschland. Den Weihnachtsmann gibt im Norden, im Osten und in der Mitte und das sind Regionen, die eher protestantisch sind."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Früher war alles anders

Interressant ist, dass es früher genau umgekehrt war. Lange Zeit galt: Überall dort, wo die Leute protestantisch waren, kam das Christkind. Überall dort, wo die Leute katholisch waren, kam weder Christkind noch  Weihnachtsmann: Seit dem Mittelalter brachte der Nikolaus die Geschenke und zwar immer am 6. Dezember. Der heilige Nikolaus von Myra war ein Bischof im 4. Jahrhundert und wurde nach seinem Tod zum Schutzpatron der Kinder.

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Das Christkind ist ursprünglich eine protestantische Erfindung und die geht auf Martin Luther zurück. Der große Reformator fand es nicht so gut, Heilige zu verehren, stattdessen sollte die Bescherung der Kinder mehr mit Gott selbst zu tun haben. Und so wurde von den Protestanten der "heilige Christ" als eine Art überirdisches Wesen eingeführt.

Da das den Menschen aber zu abstrakt war, wurde aus dem heiligen Christ schließlich das Christkind. Wir Menschen stellen es uns meist wie ein engelhaftes Wesen vor - oft als ein kleines Mädchen mit weißem Kleidchen und Engelsflügeln.

"Das Christkind ist an die Geburt von Jesus angelehnt und deswegen brachte es die Geschenke am Geburtstag von Jesus, also nicht am 6. Dezember, sondern am 25. Dezember oder am Heiligen Abend, also am Abend vorher."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Das Christkind ist an die Geburt von Jesus angelehnt, deswegen brachte es die Geschenke auch an seinem Geburtstag - am 25. Dezember oder am Heiligen Abend, dem Abend davor.

Vom strengen Mann zum lieben Rauschebart

Irgendwann ab dem 18. Jahrhundert, so Ann-Kathrin, kam schließlich noch der Weihnachtsmann dazu. Und der hatte nichts mehr mit Religion zu tun. Der Weihnachtsmann war vielmehr ein weltliches Wesen – ein Art irdischer Helfer vom Christkind. Verbreitet war der Weihnachtmann eher unter den Protestanten.

"Der Weihnachtsmann war eher unter Protestanten verbreitet. Und damit haben wir dann eine komplett neue Situation: Die Protestanten glauben nicht mehr ans Christkind, sondern an den Weihnachtsmann. Und die Katholiken nicht mehr an den Nikolaus, sondern ans Christkind."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Heute kann es zwar je nach Region oder Konfession der Familie noch Unterscheidungen geben, doch ob das Christkind oder der Weihnachtsmann kommt, ist heute bunt durchmischt.

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Das weit verbreitete Klischee-Bild vom Weihnachtmann als alten Kerl mit weißem Rauschebart, das gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert. Davor war der Weihnachtsmann eine strenge Person, die Kinder erziehen und zurechtweisen sollte. Da der Brausehersteller Coca-Cola seine Limo aber auch im Winter verkaufen wollte, wurde der Weihnachtsmann zu Werbezwecken ungestaltet - mit freundlichem Erscheinen und Mantel in den rot-weißen Firmenfarben.

"Durch die Coca-Cola-Werbung wurde dieses Klischee-Bild dann weltweit verbreitet und kam dann so auch nach Deutschland. Also ist es jetzt kein strenger Weihnachtsmann im Pelzmantel mehr, wie das früher war, sondern ein netter Mann mit rotem Mantel."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova
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