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Clubhouse - was klingt wie ein Herrenclub aus England, ist eine neue Social Media App, die bereits einen Hype ausgelöst hat. Der Clou: Statt Bilder oder Text zu posten, geht es bei dieser App nur um die Stimme. So soll eine Live-Talkshow zu verschiedenen Themen entstehen. Die Kritik: Bisher sei die App vor allem elitär.

Bearbeitete Bilder, kurze Sätze: Authentisch sind Social-Media-Plattformen oft nicht. Das soll bei Clubhouse anders sein: Die User melden sich mit ihrer eigenen Stimme zu Wort. In verschiedenen Gruppen werden Audios zu den unterschiedlichsten Themen ausgetauscht – das alles aber nur auf Einladung.

"Wer etwas sagen möchte, kann die Hand heben und wird von den Moderierenden auf die Sprecher-Bühne gehoben - so ergibt sich ein endloser Schlagabtausch mit teilweise 1000 Zuhörenden."
Moritz Metz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Idee: Viele Live-Podcasts, bei dem sich jede und jeder zu Wort melden kann. Allerdings werden die Diskussionen nicht aufgezeichnet und lassen sich auch nicht zurückspulen, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Moritz Metz. Userinnen können Räume zu einem Thema erstellen, anderen Diskussionen beitreten, etwas sagen oder einfach nur zuhören.

App startet mit Riesen-Hype

Obwohl sich die App noch in der Testphase befindet und nur auf Einladung zugänglich ist, hat sie bereits einen Hype ausgelöst - vor allem bei den Early-Adopters im Netz. Aber auch viele Influencer, Werbeleute oder Prominente wie Dunja Halali, Christian Lindner oder Moderator Yoko Winterscheidt nutzen die App.

Unser Reporter findet: Darin liegt eines der Potentiale der App. Wie auch bei Twitter, bekommen die User die Möglichkeit sich mit Menschen auszutauschen, denen sie sonst nicht begegnen könnten. Das Potential haben auch Anleger erkannt: Bereits zum Start der App im Mai 2020 wurde sie bereits mit 100 Millionen Dollar bewertet.

"Es gibt viel berechtigte Kritik in puncto Gleichberechtigung, aber auch an der Technik und dem Datenschutz."
Moritz Metz, Deutschlandfunk Nova

An Kritik an der App mangelt es nicht: Es sind sehr viel mehr Männer als Frauen auf der Plattform unterwegs und diejenigen, die keine Einladung bekommen, dürfen gar nicht mitmischen. Außerdem: Bisher läuft die App nur auf Apple-Mobilgeräten.

Offene Fragen um Datenschutz

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Datenschutz. Wer nicht nur zuhören, sondern auch seine Freunde einladen möchte, muss sein gesamtes Telefonbuch hochladen. Inwiefern die Sprachnachrichten mitgeschnitten werden oder Unbefugte darauf Zugriff haben könnten, ist ebenfalls noch unklar.

"Der Hype wird dadurch angeschürt, dass nicht alle mitmachen können. Das ist ein gängiges Instrument, das zum Glück nicht ewig wirkt."
Moritz Metz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das Fazit unseres Reporters, der schon ein paar Stunden im Clubhouse verbringen konnte: Es ist ein vielversprechendes Medium, dass eine alte Technik verwendet - das Audio. Arbeiten muss die App aus seiner Sicht noch am Datenschutz und der Ausgrenzung. Erst dann lasse sich sagen, ob es sich nicht nur um einen kurzweiligen Hype handele.