"Die Stadt soll keine Clubs planen, aber ihnen die Freiräume geben, die sie brauchen", sagt die Stadtplanerin Cordelia Polinna. Nachtclubs sollten ihren Experimentiercharakter behalten dürfen.

Cordelia Polinna ist freiberufliche Stadtplanerin, berät den Berliner Senat und arbeitet für die politische Stadtentwicklungsinitiative "Think Berlin". Sie lebt in Neukölln. Polinna sagt: Aufgabe der Stadt ist es nicht Nachtclubs zu planen, aber die Stadt sollte Freiraum lassen. In Berlin hätte gerade an der Spree mehr Freiraum bleiben sollen.

Die Stadt würde langsam den Wert von Clubs erkennen. Sie ziehen schließlich Touristen an und sind oft die Katalysatoren für die Aufwertung von Stadtvierteln. Doch die Flächen für Clubs werden immer weniger. Die komplette Innenstadt sei im Prinzip abgegrast.

Einige Clubs gehen deshalb in die Randbezirke. Doch auch dort gibt es Konkurrenz. So sei es nur schwer zu vermitteln, dass ein Industrieunternehmen einen Standort verlassen muss, weil sich dort Clubs und Künstler ansiedeln, die zwar mehr Pacht bezahlen können, dafür ganz andere und in manchen Fällen weniger Arbeitsplätze schaffen.

Alles teuer

Polinna kennt sich auch in anderen Städten aus, zum Beispiel London. Neubauprojekte, bei denen eine lebendige Stadt mit Clubs entsteht, hat sie aber dabei nicht kennengelernt. Sie gibt es einfach nicht beziehungsweise zu selten.

In London gibt es zwar Neubauprojekte mit "Nutzungsmischung" - also nicht nur Büros oder nur Wohnungen -, aber dann sind die Bauten stark zielgruppenorientiert: Teure Büros, teure Mittagsimbisse, teure Wohnungen, teure Geschäfte - und teure Clubs.