Sein Live-Club komme bis Ende August über die Runden, sagt Jürgen Grambeck. Für die größeren Clubs könnte schon früher Schluss sein - eine klarere zeitliche Perspektive wünschen sich alle Betreiberinnen und Betreiber.

Tanzen, jubeln, Biertrinken: Bei Clubs ist zwischenmenschliche Nähe Teil des Geschäftsmodells. Mit Abstandsregelungen und Infektionsschutz passt das einfach nicht zusammen - das meint auch Jürgen Grambeck, Geschäftsführer des "Bei Chez Heinz" in Hannover.

"Also ein Hygienekonzept, das sehe ich nicht. Die Atmosphäre lebt davon. Ein Rockkonzert, da will man dicht beieinander stehen."

Der Live-Club wird von einem Verein betrieben. Und Jürgen Grambeck klingt noch ziemlich optimistisch. Der Club habe gut gewirtschaftet, bis Ende August reicht das Geld für die laufenden Kosten. Er hat Soli-Tickets verkauft, eine Bingo Show veranstaltet und den Bierbestand verkauft.

"Wir können in etwa bis Ende August ohne Probleme über die Runden kommen. Auf der langen Strecke wird es ein Problem."

Außerdem gab es 9000 Euro Hilfe vom Land Niedersachsen und 3000 Euro von der Stadt Hannover. Mit Blick auf die langfristige Perspektive sagt Jürgen Grambeck: "wenn es noch vielleicht irgendwo einen kleinen Zuschuss vom Staat gibt, dann würden wir das bis zum Jahresende hinbekommen."

Öffnen lohnt sich ab 250 Gästen

Ab einer Größenordnung von 250 Besucherinnen und Besuchern könnte sein Club wieder öffnen, schätzt Jürgen Grambeck. Mit weniger Gästen lohne sich das aber wirtschaftlich nicht.

Was er sich vorstellen könnte: Die Gäste, die kommen, zu registrieren - damit man später potentielle Ansteckungsketten nachvollziehen kann.

"Dann könnten wir sagen: Na gut, dann lassen wir 250 Besucherinnen und Besucher rein und registrieren Name, Telefonnummer, sodass man eventuelle Infektionen nachvollziehen kann."

Um seinen Club weiter zu betreiben, braucht er aber vor allem eine langfristige Perspektive, für die Planung des Programms. Jürgen Grambeck sagt: "Wir leben vom internationalen Verkehr. Über 50 Prozent unserer Bands kommen aus Europa oder den USA." Die kann man nicht von heute auf morgen buchen.

Große Clubs, größere Probleme

Die jetzige Zeit nutzen er und sein Team, um den Club zu renovieren, so wie viele andere es tun. Im Moment sammeln sie Spenden für einen Basar, um Geld reinzubekommen. Bei manchen anderen Clubs sei die finanzielle Lage schlechter – besonders bei den größeren, die höhere laufende Kosten haben. Jürgen Grambeck sagt: "Die größeren Clubs sagen, also wenn das so bleibt, dann sind wir im Juli am Ende."

Unser Bild zeigt den leeren Eingang des Sisyphos Clubs in Berlin am 05.04.2020.