Im Jahr 1799 findet ein Soldat in Ägypten einen Stein mit Hieroglyphen. Jahre später werden sie entschlüsselt – ein wichtiger Schritt zur modernen Ägyptologie.

Ägypten ist schon seit einigen Jahren ins Visier der französischen Politik geraten. In der Auseinandersetzung mit der anderen großen Kolonialmacht England hat Ägypten eine entscheidende Bedeutung erlangt. Der Nil ist zu einer der wichtigsten Wasserstraßen zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer auf dem Weg nach Indien geworden. Die Beherrschung des Landes am Nil verspricht Aussicht auf Machtgewinn.

Die Direktoriums-Regierung in Paris beschließt im Frühjahr 1798, den erfolgreichen Feldherrn Napoleon mit Geld und Soldaten auszustatten und nach Ägypten zu schicken mit dem Ziel, das Land zu einer französischen Provinz zu machen.

Neben Soldaten sind Wissenschaftler und Künstler, Ingenieure und Historiker dabei, als das französische Expeditionsheer aufbricht. Die Expedition scheitert zwar, und Ägypten wird keine französische Provinz. Für die Wissenschaft aber ist die Expedition ertragreich.

Einer der Auslöser der modernen Ägyptologie

Historiker und Ägyptenexperten gründen im Jahr 1798 das Institut d’Egypte mit vielen wertvollen Schriften und Zeichnungen aus über zwei Jahrhunderten. Am 15. Juli 1799 findet ein Soldat in der Hafenstadt Rosette einen großen Stein mit merkwürdigen Inschriften, von denen niemand den Sinn entschlüsseln kann. Der Stein gelangt in britische Hände und wird im British Museum gelagert.

Erst 1822 gelingt dem französischen Sprachwissenschaftler Jean-Francois Champollion die Entschlüsselung der Hieroglyphen auf dem Stein von Rosette: Eine wissenschaftliche Sensation. Denn von nun an können die ägyptischen Hieroglyphen gelesen werden.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Die Trierer Ägyptologin Martina Minas-Nerpel erklärt den Inhalt der Hieroglyphen des Steins von Rosette.
  • Der Bonner Experte für ägyptische Ur- und Frühgeschichte Michael Höveler-Müller erläutert das Prinzip der Hieroglyphen und wie man sie lesen und schreiben kann.
  • Die Gestalterin und Dozentin für Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle Marion Kliesch beschäftigt sich mit modernen Hieroglyphen, die heute auf der ganzen Welt Verwendung finden.
  • Marion Ackermann ist Direktorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und betrachtet Hieroglyphen unter kunsthistorischen Aspekten.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die Anfänge der Hieroglyphen im antiken Ägypten.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Esther Körfgen schildert, wie der Stein von Rosette entdeckt wurde.