Es scheint die optimal Kombi zu sein: Alle Vorteile einer WG ohne die lästigen Nebeneffekte wie Putzplan oder Renovierungsstress. Für individualisierte Großstädter ist Co-Living wohl das passende Konzept - und für Start-ups ein lukratives Geschäftsmodell.

Wie vieles hat auch Co-Living in den USA seinen Anfang genommen: In New York hat das Start-up-Unternehmen WeWork erst mit Co-Working-Spaces angefangen. Investoren stiegen ein und das Co-Living-Konzept kam dazu. Am Markt wird WeWork mit über 15 Milliarden US-Dollar schwer bewertet. Auch in Berlin hat das Unternehmen inzwischen Ableger gegründet.

Start-ups wittern große Gewinne

Der Markt ist so groß, dass die Medici Living Group in Berlin, früher auf die Vermietung von WG-Zimmern spezialisiert, jetzt in den Co-Living-Markt expandiert und sogar den US-amerikanischen Markt im Visier hat. In Hamburg soll 2018 sogar ein Co-Working- und Co-Living-Campus mit 7500 Quadratmetern entstehen. Dahinter steckt das Berliner Start-up Rent24, berichtet DRadio-Wissen-Reporter Konstantin Zurawski.

Das Erfolgskonzept gründet zum einen auf der Wohnungsnot in den Großstädten, sagt Konstantin. Zum anderen bieten die Unternehmen ein Rund-Um-Sorglos-Paket: Möblierung, Reinigungsservice, keine oder kurze Kündigungsfristen, kein Renovierungsstress - und das alles inklusive. Gleichzeitig genießen die Mieter die Vorzüge des WG-Lebens: Gemeinschaftsräume wie Küche, Wohnzimmer oder Terrasse, wo sie die Mitbewohner treffen, gemeinsam kochen können, sich austauschen, eventuell im Co-Working-Space zusammenarbeiten.

Smart Home für Jobnomaden

Außerdem sind die Zimmer in den Co-Living-Einheiten leicht per App zu mieten und zu steuern - Heizung, Licht oder Rollos lassen sich per App einstellen. Dafür hat das Ganze auch seinen Preis: In Berlin kostet ein Zehn- Quadratmeter-Zimmer 520 Euro - alles inklusive. In Manhattan steigt man ab 1600 US-Dollar ein. Eher nichts für Studenten, dafür aber für gut verdienende Jobnomaden, denen es vielleicht auch egal ist, mit wem sie die nächsten vier Wochen zusammen wohnen wollen. Denn aussuchen kann man sich die Mitbewohner und Mitbewohnerinnen nicht.

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