Für einen Flug von Frankfurt nach Sydney und zurück verbraucht ihr ungefähr so viel CO2 wie der Durchschnittsdeutsche in einem ganzen Jahr. Das ist schlecht fürs Klima. Fürs Fliegen, aber auch fürs Autofahren oder fürs Heizen in der Wohnung gibt es deshalb schon länger eine Art CO2-Ausgleich. Man gibt einfach auf einer Webseite ein, wohin man fliegt, und zahlt dann einen bestimmten Betrag, um das Ganze zu kompensieren. Aber was bringt so ein CO2-Ausgleich eigentlich? Kann ich mich damit wirklich frei kaufen?

Atmosfair, myclimate oder Klima-Kollekte sind drei Anbieter für den CO2-Ausgleich. Alle drei funktionieren etwa ähnlich: Auf den Seiten können wir angeben, wohin wir fliegen. Die Anbieter rechnen dann aus, wie viel CO2 wir für den Flug verbrauchen und wie viel wir zusätzlich zahlen müssten, um diesen Verbrauch auszugleichen.

Auf einen Flug von Düsseldorf nach Barcelona zum Beispiel berechnen sowohl Atmosfair als auch Klima-Kollekte 14 Euro. Manche Airlines bieten so einen Ausgleich übrigens auch direkt bei den Buchung an. Dann kommen noch ein paar Euro mehr auf den Flugpreis. Die Fluggesellschaft leitet das Geld dann an entsprechende Organisationen, die sich um die CO2-Kompensation kümmern.

Solarlampen kaufen und Bäume pflanzen, um CO2 einzusparen

Ausgeglichen wird dann auf unterschiedliche Weise: Einerseits mit Bäumen, da geht Geld in Aufforstungsprojekte, die das CO2 wieder in Sauerstoff umwandeln. Die Bäume werden in Deutschland, aber auch in Bolivien oder Uganda gepflanzt – wo man nebenbei auch noch was für den Artenschutz tut, also für die Tiere und Pflanzen im Regenwald.

In der zweiten Variante geht es vor allem darum, in Entwicklungsländern Energie und damit CO2 einzusparen. Es gibt zum Beispiel Projekte in Uganda, wo mit dem Geld Haushalte effiziente Öfen bekommen. Und in Indien werden Kerosinlampen durch Solarlampen ausgetauscht. Die Organisationen berechnen jeweils, wie viel CO2 mit einem Flug in die Atmosphäre geblasen wurde und versuchen die gleiche Menge dann an anderer Stelle einzusparen.

Nicht alle Anbieter berechnen den CO2-Ausstoß gleichermaßen. Während Atmosfair und Klima-Kollekte für die Düsseldorf-Barcelona-Strecke auf 14 Euro kommen, sind es beim Anbieter Myclimate 4 Euro. Der Grund: Myclimate berechnet nur den CO2-Ausstoß. Die anderen Organisationen beziehen auch andere Aspekte des Fliegens mit ein. Zum Beispiel Ruß-, Wolken- oder Schwefelbildung, die sich auch auf das Klima auswirken, erklärt Stefanie Böther, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Umweltbundesamt.

"Noch besser fürs Klima ist es natürlich, wenn du versuchst, gar nicht erst zu fliegen oder gar nicht erst so viel Auto zu fahren. Wenn du aber sagt: Das muss sein, für den Job oder für den Urlaub – dann ist so ein Ausgleich schon sinnvoll."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Um zu checken, wie seriös ein Anbieter ist, sollten wir schauen, wie die Ausgleichszahlungen verteilt werden. Und in welche konkreten Projekte die Gelder fließen. Stiftung Warentest hat übrigens letztens sechs Anbieter verglichen, drei davon wurden mit "sehr gut" bewertet: Atmosfair, Klimakollekte und Prima-Klima. Noch besser wäre es natürlich, nicht zu fliegen und wenig mit dem Auto zu fahren. Wenn wir es doch machen, ist so ein Ausgleich sinnvoll, sagt unser Reporter.

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