Der Ausstoß von Emissionen durch die Containerschifffahrt könnte durch einige Schritte reduziert werden. NGO forderten zuletzt, dass die Schiffe langsamer fahren sollen. Ein guter Aspekt – noch mehr würde es aber bringen, wenn Schiffe regelmäßig sauber gemacht werden, sagt Seefahrt- und Logistik-Experte Ralf Brauner.

Je nach Zählweise werden 93 bis 96 Prozent aller Waren weltweit mit dem Schiff transportiert. Natürlich haben die großen Containerschiffe, die über die Meere fahren, Terminpläne – die sie einhalten müssen.

Zuletzt hatten zwei NGO in einer Studie gefordert, dass die Schiffe langsamer fahren sollen. 20 Prozent weniger Geschwindigkeit würden laut dem Bericht schon viel bringen.

Verbrauch sinkt bei halber Geschwindigkeit drastisch

Die Rechnung von Seefahrt- und Logistik-Experte Ralf Brauner von der Jade Hochschule ist eindrücklich, wonach der Verbrauch bei halber Geschwindigkeit um ein Vielfaches reduziert würde.

"Ein sehr großes Containerschiff, das 24 Knoten fährt, verbraucht 200 Tonnen. Wenn die Geschwindigkeit halbiert wird, sind es nur noch 30 Tonnen."

Ralf Brauner bezweifelt aber, dass eine Fahrweise mit niedriger Geschwindigkeit am Ende auch effizienter wäre, da das Schiff auch länger unterwegs wäre und verschiedene Faktoren wie das Wetter noch eine große Rolle beim Verbrauch spielen würden.

Langsames Fahren bei wenig Seegang von Vorteil

Der Seefahrtexperte räumt ein, dass langsameres Fahren bei Schiffen von Vorteil ist, die auf Routen unterwegs sind, die wenig vom Wetter beeinflusst sind. Auf hoher See – also auf dem Meer – sei das aber etwas anderes. Bei längeren Ozeanpassagen müssten Kapitäne den Fahrstil oft an den Seegang anpassen und mal schneller und mal langsamer steuern, um Widerständen auszuweichen.

Methoden, Emissionen zu senken

Durch die Schifffahrt entstehen global gesehen 3 Prozent des nicht-natürlichen CO2-Ausstoßes. Umgerechnet entspricht das einer Milliarde Tonnen CO2. Größeren Anteil hat die Schifffahrt bei den Stickstoff- oder Schwefeldioxiden, sagt Ralf Brauner.

Neben dem langsameren Fahren gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, den Schadstoff-Ausstoß bei der Schifffahrt zu reduzieren. Ralf Brauner nennt Wetterrouting als Stichwort. Dafür bräuchten die Kapitäninnen und Kapitäne Zeit – um eben hohem Seegang und schlechtem Wetter auszuweichen. Das könne rund 20 Prozent Emissionsersparnis bringen, sagt er.

Schiffe werden durch Schlammablagerungen gebremst

Eine weitere effektive Methode, den Ausstoß zu reduzieren, ist es, die Schiffe regelmäßig von unten sauber zu machen. Unter Wasser sammeln sich im Laufe der Zeit eine Menge Ablagerungen durch Schlamm und Muscheln an, die das Schiff bremsen, wodurch mehr Antrieb und letztlich Brennstoff benötigt wird. Das allein könne zu einem Mehrverbrauch von 20 bis 30 Prozent führen, so Ralf Brauner.

"Schiffe bewachsen nach einiger Zeit unter Wasser. Das bremst das Schiff. Das führt zu einem Mehrverbrauch von 20 bis 30 Prozent."

Viele Reedereien seien aber schon bemüht, die Kosten niedrig zu halten und säubern ihre Schiffe, beispielsweise durch Roboter. Auch das Wetterrouting werde schon oft berücksichtigt.

Ralf Brauner nennt noch eine weitere Methode, um den Emissionsausstoß zu senken: das hybride Fahren. Wenn Handelsschiffe beispielsweise auch den Antrieb durch das Segeln mit hinzunehmen würden. Das würde auch etwas bringen.