Schnell noch ein Kaffee für unterwegs? Der Pappbecher in der Hand ist zum Accessoire geworden. Hat er ausgedient, schmeißen wir den Becher in den Müll. Ineinandergestapelt würden die weggeworfenen Becher bis zum Mond reichen.

Pro Jahr nehmen wir 80 Mal einen Coffee to go mit, sagt die Verbraucherzentrale Hamburg. Insgesamt wären das 6,4 Milliarden Pappbecher mit Plastikdeckel pro Jahr - für den Müll. Der Deutsche Kaffeeverband sagt, dass die Zahl nicht stimme, es wären viel weniger, nämlich nur 23 Becher im Jahr pro Kopf. Macht insgesamt immer noch zwei Milliarden deutschlandweit. Wenn die Zwei sich streiten, nimmt Sebastian Döring von den Wissensnachrichten einfach den Mittelwert und hat schon mal angefangen, sie ineinander zu stapeln. Wenn er irgendwann damit fertig wäre, würde sein Pappbecherturm bis zum Mond reichen.

"Der Becher soll gehen"

Ob sechs oder zwei Milliarden, so oder so sind es zu viele Becher, die im Müll landen. Deshalb hat die Verbraucherzentrale in Hamburg eine Kampagne gestartet: "Der Becher soll gehen". Die Verbraucherschützer wollen eine Mehrweglösung. Denn, so hat das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie ausgerechnet, müssten 2,5 Millionen Bäume für den Pappbecherverbrauch abgeholzt werden. Zur Verarbeitung würden zusätzlich noch anderthalb Milliarden Liter Wasser benötigt. Bei der Produktion wird knapp eine Million Tonnen CO2 frei.

Außerdem werden die Pappbecher mit perfluorierten Polymeren beschichtet, die sich nur langsam im Körper abbauen. Neben möglichen Gesundheitsschäden ist aber auch das Recycling der Pappbecher nur mit besonderem Aufwand möglich. Ein niederländisches Unternehmen scheint die Lösung entwickelt zu haben: Der Pappbecher wird mit einer Art Haut überzogen, die das Papier resistent gegen Flüssigkeit und Fett mache, die Pappe aber dennoch kompostierbar bleibe.

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