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In Comics wird sofort klar, welche der weiblichen Figuren die Heldin und welche die Übeltäterin ist: Die Darstellung ihrer Körper verrät es. Medienwissenschaftlerin Véronique Sina erklärt in ihrem Vortrag, mit welchen Techniken Actionheldinnen zu hypersexualisierten Stereotype werden.

In einem Roman kann die Autorin es der Fantasie der Lesenden überlassen, wie sie sich die Figuren optisch vorstellen. Im Comic geht das nicht. Dort braucht jede Heldin und jeder Held einen Körper mit ganz konkreten Eigenschaften.

"Besonders deutlich wird die Abgrenzung der Good Girls von den Bad Girls im Hinblick auf ihre jeweiligen Körperdarstellungen – insbesondere die Repräsentation ihrer Brüste."
Véronique Sina, Medienwissenschaftlerin

Meistens werden diese Körper mit für Männer oder Frauen typischen Attributen gezeichnet, die sehr unterschiedlich sein können, abhängig von ihrer Rolle im Comic.

Sex sells im Comic

Weiblich ist demnach nicht gleich weiblich: Beine, Brüste und Taille der "guten" Frauen werden in Comics zum Beispiel weicher und runder gezeichnet als die der "bösen" oder auch starken Frauen, erklärt die Medienwissenschaftlerin Véronique Sina. Die Grenzen zur Karikatur und zur Pornografie sind dabei fließend.

"Ihre anatomisch unmöglich schlanke Taille und ihre auffallend großen und straffen Brüste tragen dazu bei, das hypersexualisierte Figurenstereotype der Bad Girls zu definieren, es identifizierbar, unterscheidbar und gleichzeitig wiedererkennbar zu machen."
Véronique Sina, Medienwissenschaftlerin

Véronique Sina ist Medienwissenschaftlerin an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Comicforschung gehört zu ihren Schwerpunkten. Sie hat ihren Vortrag am 12. November 2020 online gehalten im Rahmen der Vorlesungsreihe "Comic – Kunst – Körper. Konstruktion und Subversion von Körperbildern im Comic". Veranstalter der Reihe sind das PathoGraphics-Forschungsprojekt der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien und das Institut für Deutsche und Niederländische Philologie an der Freien Universität Berlin. Der Titel des Vortrags lautet "Comic, Körper und die Kategorie Gender".