Die gute alte Kommune ist zurück - aber anders. Neu. Moderner. Es geht ums Gemeinschaftsgefühl. Aber nicht unbedingt das aus der Studentenzeit.

Ein bisschen wie im Studentenwohnheim, aber viel komfortabler - in den USA entstehen zurzeit Wohnräume, in denen jeder für sich leben kann und trotzdem mit vielen anderen zusammen. Für alle, die mit um die 30 gerne alleine leben, aber nicht die ganze Zeit. Es geht also ums Gemeinschaftsgefühl. Aber nicht unbedingt das aus der Studentenzeit.

Nicht nur zusammen arbeiten, zusammen leben

Troy Evans, einer der beiden Jungs, die das Wohnheim in Syracuse aufmachen, erzählt, dass er und sein Partner John sich in einem kleinen Co-Working-Space kennengelernt haben. Sie fanden es großartig, wie viel sie aus der Zusammenarbeit und den ganzen Kontakten rausziehen konnten. Und so haben sie sich überlegt, nicht nur zusammen zu arbeiten, sondern auch zusammen zu wohnen. Sie haben ein Haus gekauft und auf einer Etage einen Co-Working Space eingerichtet. Und der Rest des Hauses soll zum gemeinsamen Leben dienen.

Leere Räume

Noch wohnt da niemand - die beiden haben sich fast das ganze vergangene Jahr damit auseinandergesetzt, wie das Konzept für dieses Zusammenleben aussehen soll. Jetzt sind sie dabei, alles umzubauen, so dass bald Mitbewohner einziehen können.

"Es ist auf jeden Fall schicker als im Studentenwohnheim. Es wird aber auch deutlich mehr Privatsphäre geben."
DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Sonntag über Commonspace

Statt einfacher Zimmer leben die neuen Kommunarden in eigenen Micro-Units, erklärt Troy Evans - eine eigene Wohnung mit Küche und Bad. Das heißt man muss nicht immer zwingend raus aus seiner Micro-Unit, wenn man mal keine Lust auf Leute hat. Insgesamt sollen 21 Microunits entstehen. Und jeder, der da wohnt, kann noch mal auf zusätzliche 300 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche zurückgreifen. Eine große Gemeinschaftsküche, einen Spieleraum, einen Fernsehraum und natürlich viele nette Ecken mit Sofas.

Selbst wenn die Infrastruktur stimmt, stellt sich natürlich die Frage aller WGs und Kommunen: Wie kommen die Mitbewohner miteinander klar? Hier setzen die Macher vor allem auf die richtige Mischung. Sie sichten gerade Bewerbungen. Und bei den unvermeidlichen Konflikten soll ein Community Manager helfen. Er sorgt außerdem für die Stärkung des Gruppengefühls und organisiert gemeinsame Aktivitäten.

Mehr zum Thema: