Seit fünf Jahren betreiben Jon Rubin und Dawn Weleski das Restaurant Conflict Kitchen in Pittsburgh. Sie bereiten Speisen aus Ländern zu, mit denen die USA in einem Konflikt stehen und informieren darüber.

Eigentlich ist Dawn Weleski Künstlerin. Als sie mit ihrem Kollegen Jon Rubin vor fünf Jahren das Restaurant Conflict Kitchen eröffnete, ging es ihr nicht nur darum, leckere Gerichte anzubieten. Ihr Anspruch war viel höher. Das Restaurant war für sie mehr ein Sozialexperiment und eine Art von Konzeptkunst: Sie hoffte, den Gästen mit den Gerichten auch die Länder nahezubringen, aus denen die Rezepte stammen.

"Wir haben versucht zu vermitteln, dass es einen Konflikt gibt mit der iranischen Regierung und nicht mit dem iranischen Volk. Das ist nicht allen Amerikanern so klar - aber wir wollten dafür ein Bewusstsein schaffen."

Ein palestinesischer Junge verkauft Akkub (Gundelia) auf einem Markt.

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Die exotischen Genüsse wie Baba Ganoush, Tabouleh und Hummus, die die Karte verspricht, stammen aus Ländern, mit denen die USA in Konflikt stehen. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, die politische Auseinandersetzung, die so weit weg zu sein scheint, ins eigene Land zu holen. Mit Flyern, die als Tischsets dienen, bekommt der Gast ein paar Infos mit auf den Weg. Außerdem organisieren sie Diskussionsveranstaltungen.

"Gemeinsam mit US-Soldaten und Exil-Afghanen haben wir eine Veranstaltung organisiert. Jeder konnte Fragen stellen, zum Krieg, zum Terror, zu den Problemen zwischen Soldaten und Bevölkerung."

Eine Palestineserin bereitet das Gericht Maftool zu.

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Dawn Weleski und Jon Rubin besuchen, die Ländern, deren Gerichte sie anbieten. Sie informieren sich vor Ort über den Konflikt und lassen sich von einheimischen Köchen Rezepte geben und zeigen, wie man kulinarische Klassiker der jeweiligen Länder zubereitet. Auch Vereine und Einwanderer, die in den USA leben, unterstützen die beiden Restaurantbesitzer bei ihrem ambitionierten Projekt. Als sie im November 2014 eine Todesdrohung per Post bekamen, mussten sie das Restaurant erst einmal schließen. Nachdem die Polizei den Vorfall geprüft hatte, konnten sie zur Freude ihrer Gäste den Betrieb wieder aufnehmen.

"Ich würde sagen, jeder Mensch hat Vorurteile, eine bestimmte Sicht auf die Welt - deshalb denke ich, dass wir auch und in erster Linie gegen unsere eigenen Vorurteile ankochen."