Unter jungen Deutschen besitzen laut einer aktuellen Umfrage 37 Prozent ein Sexspielzeug. Eine Stunde Liebe redet mit dem Urologen Volker Wittkamp über neue Produkte für Männer und darüber, worauf alle Geschlechter bei Hygiene und Material von Sextoys achten sollten. 

Der Urologe Volker Wittkamp berät eine Firma, die Sextoys speziell für Männer herstellt. Er ist überzeugt: Junge Männer haben eher Hemmungen über sexuelle Wünsche zu sprechen als Frauen. Masturbation und Sextoys sind sowohl unter männlichen Freunden als auch in der Partnerschaft tabuisiert. Nur langsam lässt sich ein Wandel ausmachen, und Männer probieren immer mehr Sexspielzeug aus, sagt Wittkamp. Dabei hilft es, wenn die Sextoys weniger schmuddelig wirken und hochwertig verarbeitet sind. Homosexuelle Männer seien auch für Toys wie Penisringe oder Masturbatoren aufgeschlossen.

"Sexspielzeug für Männer war lange in der Schmuddelecke und kommt da langsam raus - mit Modellen, die eben nicht direkt eine Vagina nachahmen oder Hautfarben sind, sondern hochwertig verarbeitet."
Volker Wittkamp, Urologe

Hygiene ist bei Sextoys wichtig - warmes Wasser und Seife reichen

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Annika Witzel hat Tipps zur Hygiene von Sexspielzeugen für Mann und Frau gesammelt: Immer vor und nach Gebrauch die Modelle sauber machen, "warmes Wasser und milde Seife reichen da eigentlich". Sobald ein Sextoy auch anal eingeführt wird, ist ein spezielles Desinfektionsmittel notwendig. Wichtig ist, auch schon beim Kauf darauf zu achten, dass im Material von Dildos, Vibratoren oder Masturbatoren keine Weichmacher enthalten sind. Die Frauenärztin Maggie Banys-Paluchowski weist darauf hin, dass in Sextoys auch manchmal Stoffe sind, die laut Einschätzung der EU die Fortpflanzung gefährden können. 

"Es gibt eine Reihe von Substanzen, die zum einen krebserregend sein können – die zum Beispiel fortpflanzungsgefährdend sind und auch von der EU so eingestuft werden. Und immer wieder finden Studien heraus, dass leider auch Sexspielzeuge an der Oberfläche diese Stoffe enthalten."
Maggie Banys-Paluchowski, Frauenärztin aus Hamburg

Medizinische Sextoys

Dann gibt es noch besondere Sextoy-Prototypen, eine Reihe mit dem Namen "sexual healing" - Deutschlandfunk-Nova Reporterin Anna Kohn hat darüber berichtet. Designerin Nienke Helder will damit traumatisierten Frauen helfen, die nach einem sexuellen Missbrauch wieder einen Umgang mit der eigenen Sexualität finden wollen, um sich einfach wieder an Berührungen zu gewöhnen. 

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