Wenn jemand Opfer sexueller Gewalt geworden ist, dann kann Sex danach ein schwieriges Thema sein. Designerin Nienke Helder hat genau für diese Menschen Sexspielzeug designt.

Sexual healing heißt das Projekt. Bis jetzt sind die Produkte noch nicht in Produktion, doch als Prototypen hat Nienke Helder die Objekte schon entwickelt. Es gibt vier Spielzeuge - Anna Kohn hat sie sich mal angeschaut.

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Eine Art Rosshaar-Bürste

  • ein kleiner altrosa Griff, aus dem helle lange Haare kommen
  • mit ihr kann man jemanden streicheln oder kitzeln

Die Bürste ist das Lieblingsobjekt der Designerin, hat sie dem Vice-Magazin erzählt – und zwar, weil dich mit der Bürste auch jemand anderes berühren kann. 

"Mit der Bürste kann man auch jemand anderes am Heilungsprozess teilhaben lassen, glaubt die Designerin - etwa einen Langzeit-Partner."
Anna Kohn, Deutschlandfunk Nova

Nach der traumatischen Erfahrung einer Vergewaltigung brauchen Frauen nämlich oft sehr lange, bis sie sich wieder an Berührungen gewöhnen, sagt Nienke Helder.

Ein Spiegel

  • damit können Frauen ihre Vulva betrachten

Ein Wolkensensor

  • ein Sensor, der Biofeedback gibt, also Infos, was in eurem Körper vor sich geht
  • er sieht aus wie eine kleine Wolke oder eine weiße Bohne
  • den Sensor legt ihr euch auf den Bauch – und wenn ihr unruhig atmet, dann erinnert er euch daran, euch zu entspannen  

Ein Vibrationsfinger

  • das dunkelrote Spielzeug sieht ein bisschen so aus wie ein Finger
  • ihr könnt es euch einführen
  • es vibriert, wenn sich eure Muskeln verspannen
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Das Sexspielzeug soll Menschen dabei helfen, wieder positive Erfahrungen mit der (eigenen) Sexualität zu machen, sagt Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning.

Wieder positive Erfahrungen machen

Nienke Helder ist selbst Opfer sexueller Gewalt geworden – das hat sie lange beeinflusst. Ihr Körper hat darauf reagiert und sie hatte beim Sex extreme Schmerzen, weil sie sich verkrampft hat.

Wenn man etwas sehr Negatives erlebt hat, dann ist das wie eingegraben in das eigene sexuelle System, sagt Ann-Marlene Henning. Wenn man missbraucht wurde, dann sei es zum Beispiel keine gute Idee, wenn das Sexspielzeug zu sehr an einen Penis erinnere.

"Es geht ja hier ums Gehirn, das mit Stress reagiert. Alles, was daran erinnert, kann Stress bedeuten."
Ann-Marlene Henning, Sexualtherapeutin

Beim Vibrationsfinger lobt Henning, dass er schöner und ansprechender als die meisten anderen Vibratoren aussehe. Die Stäbe, die Ärzte Frauen bei Vaginismus verschreiben, also bei Problemen, sich etwas einzuführen, seien "unattraktiv, kalt, hart, weiß und doof", sagt die Sexualtherapeutin.

Was sie aber auf der anderen Seite auch nicht gut findet, ist der übertrieben kindlich-verspielte Look in Rosa und Blau, in dem Sexspielzeug oft daherkommt. 

"Ich will mir keinen pinken Delfin einführen."
Ann-Marlene Henning, Sexualtherapeutin

Sie wünscht sich klare Formen.

Minimalistische Formensprache

  • gedeckte Farben, weiche Kanten 
  • nicht zu verspielt, aber auch nicht hart
  • organisch, aber es sieht nicht aus wie ein Körperteil

Nur weil Sexspielzeuge anders aussehen, heißt das nicht, dass sie allein helfen können, einen traumatischen Übergriff auszugleichen, so Henning. Sie empfiehlt, mit einer Sexualtherapeutin oder einem -therapeuten zu sprechen.