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In Deutschland steigt die Zahl der Covid-19-Fälle weiterhin an, nur langsamer als zu Beginn der zweiten Welle. Die Zahl der täglichen Todesfälle ist weiterhin hoch. Wir sollten uns keine Hoffnung auf schnelle Entspannung machen, sagt Dirk Brockmann vom RKI.

Eigentlich soll der aktuelle Lockdown am 11. Januar wieder beendet sein. Schulen und Kitas, viele Geschäfte sollten dann eigentlich wieder öffnen. Das war jedenfalls der ursprüngliche Plan der Politik.

Aber: Heute am 4. Januar meldet das Robert Koch-Institut 9847 Neuinfektionen binnen eines Tages sowie 302 neue Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bundesweit im Schnitt über 140. Ziel ist ein Wert von 50. Erst dann sind nach Ansicht von Politik und Wissenschaft Lockerungen sinnvoll.

Robert Koch-Institut dämpft Hoffnung

"Wir müssen jetzt noch Geduld haben", sagt Dirk Brockmann. Er ist Leiter des Bereichs Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten am Robert Koch-Institut. Er erklärt, dass erst 14 Tage nach Beginn eines Lockdowns oder Shutdowns die Maßnahme auch Wirkung zeigen kann.

Mitte Dezember hat der Lockdown in Deutschland angefangen. Das bedeutet: "Wenn die Zahlen runtergehen würden, könnte man das jetzt so erwarten", so Brockmann. Es müsse sich erst zeigen, ob der sogenannte harte Lockdown über die Feiertage etwas gebracht hat.

"Offenbar ist es so, dass das Infektionsgeschehen nicht genug runtergedreht worden ist."
Dirk Brockmann, Leiter des Bereichs Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten am Robert Koch-Institut

Der Epidemiologe ist aber skeptisch: "Die Menschen haben sich dennoch in Situationen begeben, wo Infektionsgeschehen stattfinden kann." Rodeln in Wintergebieten, volle Geschäfte, private Feiern, Besuche und so weiter.

Alle Expertinnen und Experten seien sich einig, dass der Lockdown auf jeden Fall verlängert werden müsse. So lange, bis die Zahlen substanziell heruntergehen. "Das ist nach meiner Einschätzung bis zum 10. Januar nicht zu erreichen", sagt Dirk Brockmann. Das würden auch die Modellberechnungen zeigen.

"Der Anfang des Jahres bleibt schwierig. Die ersten drei bis sechs Monate."
Dirk Brockmann, Leiter des Bereichs Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten am Robert Koch-Institut

Die Impfungen werden zwar helfen, doch dürfte auch das Jahr 2021 nach zumindest in der ersten Hälfte im Zeichen der Corona-Pandemie stehen. "Der Anfang des Jahres bleibt schwierig", vermutet Brockmann. Mit dem Frühjahr dürfte sich die Lage dann entspannen.

Mit dem Lockdown und den anderen Schutzmaßnahmen werden zudem auch andere Krankheiten eingedämmt: "Wenn wir alle mit Mundschutz herumlaufen, haben es auch andere Viren schwieriger, sich sozusagen in der Population fortzupflanzen."