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Bald sollen Hausärztinnen und Hausärzte in ihren Praxen gegen Covid-19 impfen. Das wird allerhöchste Zeit, sagt ein Hausarzt. Er sei bereit.

Die ersten Versuche soll es schon in ein paar Tagen in einer Pilotphase geben. Ende März, Anfang April sollen dann die Hausärztinnen und Hausärzte in ihren Praxen mit dem Impfen helfen. Das ist der Plan von Bund und Ländern.

In den Impfzentren soll streng nach festgelegter Reihenfolge geimpft werden, in den Praxen soll die Impfung flexibler sein.

Sie stehen schon längst in den Startlöchern: "Wir könnten schon längst impfen, aber wir durften noch nicht", sagt Jens Wasserberg, Allgemeinmediziner in Bedburg in Nordrhein-Westfalen und Vorstand im Hausärzteverband Nordrhein. Das Problem: Es sind keine Impfstoffe für die Praxen da.

"Ohne eine Impfung in den Praxen werden wir die Bevölkerung nie in einer vernünftigen Zeit durchimpfen können."
Jens Wasserberg, Hausärzteverband Nordrhein

Wenn der Impfstoff dann aber verfügbar ist, wird die Impfung schnell zur Routine: "Wir verimpfen jedes Jahr bis zu 25 Millionen Grippeimpfstoffe innerhalb von sechs Wochen", sagt Jens Wasserberg. Und er ist sich sicher: Ohne Impfungen in den Praxen wird die Bevölkerung nie in einer vernünftigen Zeit durchgeimpft.

Hausärztinnen sind bereit, es fehlt nur der Impfstoff

Das ist der Stand heute, so Jens Wasserberg: Die Hausarztpraxen könnten alle Impfstoffe verimpfen, auch den empfindlicheren Stoff von Biontech. "Der Impfstoff ist bei normalen Kühlschranktemperaturen 120 Stunden lagerfähig. Wir können die Praxen montags beliefern, die müssten das bis Freitag verimpfen."

Mit Impfstoff könnte Jens Wasserberg seine komplette Patientenschaft innerhalb von drei Monaten durchimpfen. Das wäre auch der Zeitraum, mit dem das laut Jens Wasserberg in ganz Deutschland möglich wäre. Theoretisch jedenfalls.

"Die Beschaffung des Impfstoffes wurde leider total verpennt."
Jens Wasserberg, Hausärzteverband Nordrhein

Das Impf-Prozedere ist nach Ansicht des Hausärzteverbands Nordrhein also kein Problem. "Aber die Beschaffung des Impfstoffes wurde leider total verpennt und hat sich so weit verzögert, dass dieses Nadelöhr uns noch eine Weile beschäftigen wird", sagt Jens Wasserberg.

Damit die Impfung bis dahin reibungslos abläuft, braucht es klare Vorgaben, wer wann geimpft werden soll. "Wenn da zehn Impfberechtigte am Tresen stehen, wir haben aber nur eine Impfung und die müssen wir verteilen, wird es total unfair", sagt Jens Wasserberg. Da seien die Ärztinnen und Ärzte in eine Situation gedrängt, in der sie ethische Fragen beantworten müssen.

Darum hofft er: In sechs bis acht Wochen könnte dieses Problem gelöst sein, dann könnte ausreichend Impfstoff verfügbar sein.