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Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für den Einsatz eines weiteren Corona-Impfstoffes gegeben. Nach Biontech/Pfizer erhält also auch Moderna aller Voraussicht nach bald die Zulassung. Der Impfstoff hat Vorteile, erläutert Immunologe Carsten Watzl.

Die Europäische Arzneimittelbehörde hat die Zulassung des zweiten Corona-Impfstoffs Moderna nun empfohlen – die EU-Kommission muss nur noch zustimmen. Das gilt aber als so gut wie sicher. Die EU hat auch schon 160 Millionen Dosen davon bestellt.

Die Hoffnung ist groß, dass mit dem zweiten Impfstoff die Impfungen schneller vorangehen. Wirkliche Qualitätsunterschiede gibt es zwischen den beiden Mitteln von Moderna und Biontech/Pfizer nicht.

"Es sind sehr ähnliche Impfstoffe und die Technologie dahinter ist nahezu vergleichbar."
Carsten Watzl, Immunologe an der TU-Dortmund

Der große Vorteil von Moderna: Er muss nur bei minus 20 Grad Celsius gelagert werden, nicht bei minus 70 Grad wie die Alternative. "Jede Arztpraxis in Deutschland hat einen Minus-20-Grad-Kühlschrank", erklärt Carsten Watzl, Immunologe an der TU-Dortmund. Bei minus 70 Grad sei das schon schwieriger. "Wenn die Hausärzte impfen sollen, geht das mit dem Impfstoff von Moderna also ein bisschen besser."

Im Prinzip funktionieren die Impfstoffe so, dass sie eine Immunreaktion gegen das Spike-Protein des Coronavirus hervorrufen. Mit diesem Protein dockt das Virus sozusagen an den menschlichen Zellen an und kann sie so befallen. Die Impfstoffe schalten das Spike-Protein aus und verhindern eine Infektion.

Die Hauptsache ist, dass sowohl der Moderna- als auch der Biontech-Impfstoff diese Aufgabe ähnlich gut erfüllen; es gibt also kaum Unterschiede bei der Wirksamkeit. "Beide haben eine Effektivität von 94 und 95 Prozent", sagt der Immunologe. "Das heißt, man ist zu einem großen Teil vor der Infektion geschützt."

Nebenwirkungen von Moderna und Biontech sind ähnlich

Vergleichbar sind auch die Nebenwirkungen. Carstel Watzl fasst zusammen:

  • 80 bis 90 Prozent haben Schmerzen an der Einstichstelle
  • circa 66 Prozent spüren Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen
  • 50 Prozent haben Muskel- oder Gelenkschmerzen
  • 15 Prozent können Fieber bekommen
  • schwere Nebenwirkungen sind nicht bekannt

Diese Beschwerden hören nach maximal zwei Tagen wieder auf, sagt Watzl. "Nebenwirkungen zeigen an, dass die Impfung wirkt und eine Immunreaktion hervorgerufen wird."

"Nebenwirkungen zeigen an, dass die Impfung wirkt und eine Immunreaktion hervorgerufen wird."
Carsten Watzl, Immunologe an der TU-Dortmund

Es sieht also gut aus für den Moderna-Impfstoff. Mit der Zulassung könne er sofort eingesetzt werden, so Watzl: "Der Impfstoff ist vorproduziert, die Dosen sind schon bestellt, es kann relativ zügig losgehen und der Vorteil ist, dass wir dann eine Verdopplung der verfügbaren Impfdosen haben." Damit dürfe sich auch die Geschwindigkeit des Impfens verdoppeln.

In Zukunft werden weitere Impfstoffe zugelassen werden. Es sind knapp 60 Impfstoffe in der klinischen Prüfung, berichtet Carsten Watzl.