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Sogenannte Recovery-Accounts posten auf Instagram regelmäßig über den Umgang mit Essstörungen und anderen Erkrankungen. In der Ab 21 sprechen wir darüber, was hinter dem Phänomen steckt und welche Schattenseiten es mit sich bringt.

Vor vielen Jahren ist Oona an Anorexie und Bulimie erkrankt. Wir haben sie gefragt, weshalb sie ihre Erkrankung mittlerweile Jahre später auf Social Media öffentlich gemacht hat und ob ihr bei der Bewältigung der Essstörung neben einer Therapie auch bestimmte Recovery-Accounts geholfen haben. Oona sagt: "Ich glaube es ist sehr wichtig, dass man sich professionelle Hilfe sucht, aber ich kann auch verstehen, dass der Austausch mit anderen sehr wichtig ist."

"So ein Account ersetzt keine Therapie, aber es kann trotzdem helfen und motivieren. Indem ich den Leuten, dadurch dass ich darüber spreche, dass Gefühl geben kann - 'hey, ihr seid nicht allein'."
Ester Jakonic, betreibt einen klassischen Recovery-Account auf Instagram

In ihrer schlimmsten Phase hat Ester nur noch 36 Kilogramm gewogen. Im Gegensatz zu Oona hat sie allerdings nie eine Therapie gemacht. Stattdessen hat sie versucht, sich mit Fitness-Accounts aus der Magersucht zu ziehen. Rückblickend hat das nur eher halbgut geklappt. Mittlerweile führt sie aber selbst einen klassischen Recovery-Account und hat über 67.000 Abonnenten und Abonnentinnen. Auf ihrem Kanal postet sie regelmäßig Sport-Bilder und Infos zur Bewältigung von Magersucht.

Vorsicht mit Recovery-Accounts

Katrin Gramatke ist psychologische Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Dresden und erklärt uns, wie ein Heilungsprozess durch Recovery-Accounts bei Menschen mit Essstörung beeinflusst werden kann. Außerdem verrät uns Katrin, welche Methoden aus ihrer Sicht vielversprechender sind.

"Es soll sich nicht mehr alles darum drehen - um Essen und Sport. Und dort dreht sich trotzdem alles um das Thema."
Katrin Gramatke, psychologische Psychotherapeutin, sieht Recovery-Accounts kritisch

Fortführendes und Wissenswertes

  • Zwischen ermutigenden Botschaften und Triggergefahr: Wie brenzlig Recovery-Accounts wirklich sein können und worin auch deren Chancen liegen, hinterfragt diese PULS-Reportage.
  • Zu dick, zu dünn, zu untrainiert: Klar ist, die Corona-Pandemie hat das Bedürfnis nach Kontrolle über den eigenen Körper noch verstärkt. Vor allem dass inszenierte Schönheitsideal von Influencerinnen setzt viele weibliche Fans unter Druck.
  • Dabei gehen die übertriebenen Schönheitsideale nicht selten mit einem Fitnesswahn einher. Schauspieler Danilo Cristilli hat zum Beispiel solange Fotos auf Instagram von seinem Sixpack gepostet, bis er eine Essstörung entwickelte.
  • Gerade in der Pubertät spielen Anerkennung und Akzeptanz eine große Rolle. Sind wir schön genug, schlank genug? Besonders in den sozialen Netzwerken wird der eigene Körper mehr und mehr zum Statussymbol. Die ARTE-Reportage folgt jungen Frauen, die unter einer Essstörung litten.
  • Auch wenn es bislang noch keinen eindeutig belegten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Nutzung von sozialen Netzwerken und Essstörungen gibt, sehen Experten soziale Medien als Risiko. "Essstörungen sind schwerwiegende, lebensbedrohliche psychosomatische Erkrankungen, die vielfältige Ursachen und Auslöser haben. Es gibt biologische Einflüsse, zum Beispiel genetischer Art, sowie psychologische und soziale. Soziale Medien und soziokulturelle Erwartungen und Schönheitsideale sind da nur ein Faktor unter vielen. Soziale Medien machen noch keine Essstörung, aber sie können das Fass zum Überlaufen bringen", erklärt Prof. Dr. Eva Wunderer von der Hochschule Landshut.

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  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartnerin:  Oona Zazie Mathys, hat wegen ihrer Esstörung eine Therapie gemacht
  • Gesprächspartnerin:  Ester Jakonic, betreibt einen klassischen Recovery-Account auf Instagram
  • Gesprächspartnerin:  Katrin Gramatke, psychologische Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Dresden