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Die App "SafeVac 2.0" des Paul-Ehrlich-Instituts hilft bei der Bewertung der Corona-Impfstoffe. Bereits Geimpfte können über die App mögliche Nebenwirkungen angeben.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesamts für Gesundheit und ist unter anderem für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. In dieser Funktion hat das PEI jetzt eine App neu aufgelegt, mit deren Hilfe die möglichen Nebenwirkungen der verschiedenen Corona-Impfstoffe nachverfolgt werden können.

Obwohl zunächst nur eine kleine Anzahl von Menschen geimpft wird, ist SafeVac 2.0 bereits in den App-Stores erhältlich. Deutschlanfunk-Nova-Netzreporter Andreas Noll hat sich die kostenlose App runtergeladen und ist die einzelnen Punkte durchgegangen.

Daten werden anonymisiert übertragen

Bevor es losgeht, musste er sein Einverständnis zur Befragung erteilen und die Datenschutz wie Nutzungsbedingungen akzeptieren. Danach konnte er die App einrichten: Nachgefragt werden Geschlecht (m/w/d), Alter, Größe und Gewicht. Im nächsten Schritt kann er im Menüpunkt "Neue Impfdosis" die Chargennummer seiner Impfung angeben. So ist es möglich, die Impfdosis später eindeutig zuzuordnen - nicht aber den Empfänger oder die Empfängerin der Impfung.

Da unser Netzreporter aktuell keine Impfdosis bekommt, endet der Test für ihn hier. In der Beschreibung zur App lässt sich aber gut nachvollziehen, wie es weitergeht: Im nächsten Schritt werden Fragen zu Nebenwirkungen gestellt, die ausgewählt werden können. So zum Beispiel Fieber, Schwindel, Muskelschmerzen oder Unwohlsein. Die Nebenwirkungen werden in regelmäßigen Abständen von einigen Stunden oder Tagen abgefragt. Dasselbe passiert auch nach der zweiten Impfung.

App mit Kinderkrankheiten

Die Datenschutzstandards bei der SafeVac-App sind ähnlich hoch wie zum Beispiel bei der Corona-Warn-App. Die Daten werden verschlüsselt übertragen, und eine Identifikation der Person ist nicht möglich. Das ist soweit also unproblematisch, sagt Netzreporter Andreas Noll.

Die Bedienung der App ist unkompliziert. Allerdings wird im App-Store bemängelt, dass die sie nicht barrierefrei ist und es nicht die Möglichkeit der Sprachsteuerung gibt. Gerade für Menschen mit Sehbeeinträchtigung wäre das sehr hilfreich. Außerdem lassen sich einmal gemachte Angaben zur Person - etwa Alter und Gewicht - nicht mehr korrigieren. Das heißt, wer erst im Sommer oder Herbst einen Impftermin bekommt, sollte lieber noch warten mit der Installation.

"Grundsätzlich finde ich das eine gute Sache, die Nebenwirkungen über eine App abzufragen."
Andreas Noll, Netzreporter

Weil SafeVac 2.0 bereits die dritte App ist, die sich mit Daten rund um die Corona-Pandemie beschäftigt, wird kritisiert, dass die Funktion nicht bereits vorhandenen Apps hinzugefügt wurde. Denn es gibt ja bereits die Corona-Warn-App, sowie die Datenspende-App des Robert Koch-Instituts.

Auch Online können Nebenwirkungen gemeldet werden

Aktuell dürfte SafeVac 2.0 aber noch eine eher geringe Bedeutung haben, schätzt Netzreporter Andreas Noll. Das könnte damit zusammenhängen, dass zunächst vor allem über 80-Jährige und Pflegebedürftige geimpft werden. In dieser Gruppe ist die Smartphone-Durchdringung wohl weniger hoch.

Medizinischem Personal stehen noch andere Wege offen, Nebenwirkungen zu melden. Wer keine App nutzen möchte, kann auch die Website nebenwirkungen.bund.de nutzen, um mögliche Nebenwirkungen zu melden. Dort können auch Nebenwirkungen zu anderen Arzneimitteln und Impfungen angegeben werden.