Moderna und Biontech präsentieren neue Impfstoffe, die jetzt geprüft werden. Für die neuen Omikron-Varianten kommen sie aber womöglich zu spät.

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus, und auch die deutschlandweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder an. Parallel dazu melden die Hersteller Moderna und Biontech, dass sie ihre bisherigen Corona-Impfstoffe an die Omikron-Variante angepasst haben.

Laut einer ersten Zusammenfassung der Studiendaten von Moderna sorgte eine vierte Impfung mit dem neuen Impfstoff des Herstellers für einen höheren Antikörperspiegel als bei einer vierten Impfung mit dem bisherigen Impfstoff.

Impfstoff soll besser gegen neue Omikron-Varianten wirken

Für die aktuelle Studie haben 800 bereits geboosterte Freiwillige den veränderten Corona-Impfstoff des Herstellers erhalten. Das neue Vakzin von Moderna soll gegen das Ursprungsvirus und auch die erste Omikron-Subvariante BA.1 wirken. Nach vier Wochen war die Antikörperkonzentration bei den Studienteilnehmenden um mehr als das Sechsfache angestiegen.

"Allerdings nur gegen die Omikron-Subvariante BA.1. Aktuell sind hier in Deutschland vor allem die Subtypen BA.4 und BA.5 unterwegs", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Julia Polke. Laut dem Hersteller soll der angepasste Impfstoff trotzdem besser vor den Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 schützen als das bisherige Vakzine.

"Eine zusätzliche Impfung mit dem angepassten Impfstoff sorgt für höhere Antikörperspiegel als eine weitere Impfung mit dem bisherigen Impfstoff."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auch Biontech hat erste Studienergebnisse von zwei neu angepassten Impfstoffen veröffentlicht. Dafür hat der Hersteller bei insgesamt 1234 Studienteilnehmenden einen Impfstoff getestet, der nur an die Omikron-Subvariante BA.1 angepasst wurde, sowie ein weiteres Vakzin, das gegen das Ursprungsvirus und auch gegen den Subtyp BA.1 wirken soll, ähnlich wie der Impfstoff von Moderna.

Danach hat der erste neu angepasste Impfstoff von Biontech die Antikörperkonzentration um etwa das Dreifache im Vergleich zum bisherigen Impfstoff des Herstellers erhöht. Der zweite getestete Impfstoff – der die Erbinformation des Ursprungsvirus und des Omikron-Subtyps BA.1 enthielt – hatte eine knapp zweifach höhere Antikörperantwort hervorgerufen.

Bei Tests im Labor zeigte sich, dass beide der neuen Impfstoffe von Biontech zwar ebenfalls vor den Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 schützen würden, aber weniger wirksam als vor der Subvariante BA.1. Daher ist im Gespräch, ob die zuständigen Arzneimittelbehörden angepasste Corona-Impfstoffe in Zukunft auch ohne Studien zulassen können. Dadurch könnten Impfstoffe schneller eingesetzt und somit besser auf das Infektionsgeschehen reagiert werden. Für Grippeimpfstoffe gibt es ein solches Verfahren schon.