In Niedersachen, Sachsen-Anhalt und in Brandenburg darf in Clubs gefeiert werden. Nicht nur im Außenbereich, sondern drinnen, auf der Tanzfläche, mit vielen anderen Menschen - viele davon haben aber noch gar nicht so richtig Lust.

Das ist das erste Mal seit Beginn der Corona-Pandemie, dass Bundesländer den Innenbereich von Clubs im Regelbetrieb öffnen. In den Bundesländern liegt die Inzidenz laut RKI derzeit etwa bei 5.

Aber es gibt Regeln. Wer feiern will, braucht einen negativen Coronatest. "Die Maskenpflicht und die Abstandsregelungen sind aber ein Knackpunkt", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge. In Niedersachsen sollte es erst keine Maskenpflicht geben, dann ist sie doch beschlossen worden. Stand jetzt: Auf der Tanzfläche muss sie getragen werden, am Platz ist absetzen ok.

Clubbing nur mit Maske und Abstand

Die Einhaltung der Regeln wird kontrolliert: Eine Großraumdisco in Melle bei Osnabrück ist am vorigen Wochenende von der Polizei direkt wieder geschlossen worden, weil die Regeln nicht eingehalten wurden.

Nun ziehen auch Brandenburg und Sachsen-Anhalt nach, auch hier sollen Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten. Für die Clubs ist das eine Überraschung, die Öffnungen kommen für sie relativ plötzlich. Und das ist ein Problem, erklärt Matthias Golinski vom Drushba in Halle: "Überall ist es eigentlich so, dass Umbauarbeiten sind, dass Personal abgewandert ist."

"Wir brauchen neues Sicherheitspersonal, viele Leute haben sich neue Jobs gesucht und das ist nicht innerhalb von einer Woche alles zu regeln."
Matthias Golinski vom Drushba

Vor allem die studentischen Hilfskräfte stünden den Clubs nicht mehr zur Verfügung. "Die sind teilweise in ihren Heimatstädten", sagt Matthias Golinski. Für seinen Club braucht er etwa neues Sicherheitspersonal. "Aber viele Leute haben sich neue Jobs gesucht und das ist nicht innerhalb von einer Woche alles zu regeln." In Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden darum nicht alle Clubs öffnen, vermutet Ilka Knigge.

Ulf Böttcher vom Turm, einem weiteren Hallenser Club, schreibt uns: "Wir hatten vor einem Jahr den Wirtschaftsminister gebeten, uns vier bis sechs Wochen vor einem Neustart ein Signal zu geben und dann war eine gemeinsame Clubnacht geplant." Jetzt wirke das alles ein wenig wie eine Hauruck-Aktion. Carl Senkel vom Bauernclub erwartet echtes Clubleben erst wieder im Oktober.

"Wir sehen eher die Perspektive Richtung Oktober, wenn es dann auch wieder kühler ist und die Leute wieder in den Club gehen."
Carl Senkel vom Bauernclub

Die Clubbesitzer, mit denen Ilka Knigge gesprochen hat, freuen sich also grundsätzlich, dass es etwas voran geht. Aber total Euphorie sieht anders aus.

Vorsicht bei den Feiernden

Insgesamt scheinen auch die Feiernden noch sehr vorsichtig zu sein, in die Clubs zurückzukehren. Viele wollen erst wieder ins Nachtleben eintauchen, wenn sie vollständig geimpft sind, wenn es Herdenimmunität gibt, wenn nur Geimpfte in den Club dürfen, fasst Ilka Knigge eine nicht repräsentative Deutschlandfunk-Nova-Umfrage auf Instagram zusammen.

Andere hoffen aber auch auf Party ohne Einschränkungen, sagt unsere Reporterin: "Sie wollen nur, wenn es ohne Maske und Abstände geht. Alles andere wäre kein Clubbing."