Seit dieser Woche gilt in Sachsen die 2G-Regel. Dann dürfen auch in Clubs nur noch Geimpfte und Genesene. Steht bei vielen Clubs nun die letzte Party an?

Wir befinden uns inmitten der vierten Corona-Welle. Das zeigen die Infektionszahlen, die in ganz Deutschland steigen. Einige Bundesländer reagieren darauf mit verschärften Maßnahmen. Auch in Sachsen gelten seit Anfang dieser Woche strengere Regeln.

Mit der 2G-Regel wird Ungeimpften ab sofort beispielsweise der Zugang zu Restaurants oder ins Fußballstadion verwehrt. Weil es sich bei Clubs oft um Innenräume handelt, ist es dort zusätzlich noch vorgeschrieben, einen Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten und eine Maske zu tragen.

"Es ist eine Verleugnung unseres Wesens, wenn wir sagen, die Leute müssen Abstand halten und Maske aufsetzen."
Steffen Kache ist Mitbegründer des Clubs "Distillery" in Leipzig

Dass der von manchen als unbeschwert empfundene Sommer nun endgültig vorbei ist, merken auch die Clubbetreibenden. Steffen Kache ist Mitbegründer des Clubs "Distillery" in Leipzig. Er ist der Meinung, dass sich ausgelassene Partys nicht mit Abstand und Maske vertragen – und sich auch wirtschaftlich nicht lohnen.

Clubbetreiber plädiert für 2G-Plus

"Wer geht schon in einem Club, der dann leer ist? Wer bezahlt den hohen Preis, der notwendig wäre, weil die Auslastung so gering ist?", erklärt Kache. Modellprojekte hätten bereits bewiesen, dass mithilfe von 2G in Kombination mit PCR-Tests für Ungeimpfte, bekannt auch als 2G-Plus, sichere Räume geschaffen werden könnten, so der Club-Besitzer.

"Die Leute machen trotzdem Party – ob in den Clubs oder illegal. Dort findet die Infektion völlig unkontrolliert statt. Deswegen sind diese Schließungen der Clubs sogar kontraproduktiv."
Steffen Kache über die Auswirkungen von 2G in Sachsen auf Clubs

"Jetzt fällt allen nur ein, die Regeln zu verschärfen, statt die Möglichkeiten zu nutzen, die wir hätten", sagt Kache. Dass viele Clubs aus wirtschaftlichen Gründen nun aber wieder schließen müssen, hält er für den völlig falschen Weg.

Noch gelten die strengen Regeln nur für Clubs in Sachsen, in Baden Württemberg sind die Maßnahmen ähnlich streng. "In anderen Bundesländern sieht es jetzt noch besser aus. Es gibt natürlich die Angst, dass Sachsen jetzt der Anfang ist und das sich das irgendwann auf alle Clubs in Deutschland auswirken könnte", sagt Kache.