Nun also doch: Ab kommender Woche wird das Tragen einer Gesichtsmaske bundesweit zur Pflicht. Zur Not reicht auch ein Schal oder Tuch, Hauptsache Mund und Nase sind bedeckt. Und dann gibt es noch Schutzvisiere aus Plastik. Wir erklären, ob die eine sinnvolle Alternative sein können und zeigen euch, wie ihr so ein Ding selber basteln könnt.

Vor allem in Asien sind sie weit verbreitet, aber auch hier sind sie immer wieder mal zu sehen: Schutzvisiere aus Plastik – an der Stirn befestigt als gebogenes Plastikschild vor dem Gesicht.

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Eigentlich sind die Visiere für den Einsatz in Krankenhäusern gedacht – für Menschen, die direkten Kontakt mit Corona-Patienten haben, da das Plastik die Tröpfchen in Richtung eigenes Gesicht abhält, sagt unser Reporter Klaus Jansen.

"Das Plastik hält Tröpfchen ab, die auf dem Weg zu deinem Gesicht sind. Deshalb bieten diese Visiere einen gewissen Schutz."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk Nova

In Kliniken wird so ein Schutzvisier normalerweise als zusätzlicher Schutz immer zusammen mit einer Maske getragen.

Visier als Ergänzung oder Alternative

Als Privatperson brauchen wir ein solches Visier eigentlich nicht, doch kann der Plastikschutz eine pragmatische Alternative sein. So sieht es zum Beispiel das Institut für medizinische Virologie der Uni Frankfurt. Als Komplettschutz taugt ein Visier dabei natürlich nicht, da es kein geschlossenes System ist. Von der Seite oder von unten können Viren immer noch ihren Weg finden. Andere Experten halten ein Visier nur für eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen.

"Die Uni Frankfurt sagt, dass von der Seite oder von unten immer noch Viren eindringen können. Ein Visier ist ja kein geschlossenes System."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk Nova

Als Schutzbarriere zwischen Gesicht und Viren kann ein Visier aber auf keinen Fall schaden. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion sinkt auf jeden Fall. Trotzdem: Ein Plastikvisier ist keine FFP3-Schutzmaske. Nur eine solche Ventil-Maske schützt Mund und Nase zuverlässig vor Viren. Wichtiger als jedes Visier ist nach wie vor: Abstand halten und Hände waschen!

Selber machen ist nicht schwer

Im Netz können die Masken mittlerweile problemlos gekauft werden. Inzwischen sind auch große Unternehmen wie Apple oder VW in die Produktion eingestiegen. Daneben gibt es auch viele kleine Werkstätten in Deutschland, die Visiere herstellen. Am günstigsten ist es aber, sich selbst ein Visier zu basteln. Schwer ist das nicht. Hier eine simple Anleitung. Ihr braucht:

  • eine festere, durchsichtige Folie in Din-A4-Größe
  • vorzugsweise ein Gummiband
  • einen Tacker
  • ein Stück Schaumstoff. Gut geeignet ist zum Beispiel auch ein Abdichtband für Fenster, da es einen Klebestreifen hat.

Die unteren Ecken der Folie solltet ihr abrunden. Dann das Band fest tackern, passend für die Kopfgröße. Jetzt vor die Stirnpartie den Schaumstoff oder das Abdichtband befestigen, damit das Visier bequemer ist und etwas Abstand vor dem Gesicht hat.

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Vorteilhaft ist, dass ein Visier auch die Augen schützt. Der Virus kann nämlich auch über die Bindehaut übertragen werden, auch wenn das eher seltener vorkommt. Doch ins Gesicht fassen oder die Augen reiben sollten wir sowieso stets vermeiden. Ein Visier ist da schon mal eine gute Barriere.

Brillen können beschlagen – müssen aber nicht

Durch die Atemluft unter dem Visier können Brillen schnell beschlagen. Hier hilft eine Maske mit biegbaren Bügeln, die oben besser abschließen. Das geht auch mit einem Stück Draht oder mit einem Metallstück vom Schnellhefter beispielsweise, der zusätzlich angebracht werden kann. Es helfen aber auch Anti-Beschlagssprays vom Optiker, aber auch Spülmittel oder Rasierschaum funktionieren gut.
"Ansonsten hilft gegen beschlagene Brillengläser auch ein Anti-Beschlag-Spray vom Optiker, das ist gerade ein Renner, oder auch einfach Spülmittel oder Rasierschaum, das geht auch."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk Nova

Ob jeder Supermarkt ein Plastikvisier, auch als Nase-Mund-Schutz akzeptiert, ist allerdings fraglich. Schließlich ist ein Visier keine Maske. Womöglich wird es dazu noch eine Ansage der Bundesregierung geben.