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Tests können die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus begrenzen. Im März sollen Schnelltests für zuhause zugelassen werden. Aber wie zuverlässig sind diese Selbsttests?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bereits zugestimmt, dass Schnelltests zugelassen werden. Bald sollen solche Tests verfügbar sein, jede Person soll sie dann auch selbst durchführen können. Für Corona-Tests müssen wir also nicht mehr zum Arzt laufen.

Selbsttests funktionieren gut

Claudia M. Denkinger, Leiterin der klinischen Tropenmedizin an der Uniklinik Heidelberg. Sie hat in einer Studie Menschen beobachtet, die als medizinische Laien sich selbst getestet haben. Das Ergebnis: Die Testpersonen konnten die Tests ausreichend gut durchführen. "Aber die Personen haben beim Abstrich und bei der Auslesung Fehler gemacht", bilanziert Claudia M. Denkinger.

Sie und ihr Team haben 146 Menschen mit Covid-19-Symptomen getestet. Die Profis entdeckten dabei 34 Infektionen, bei den Laientests wurden 33 Infektionen festgestellt. "Ich denke, die falsche Ausführung bei dem einen Patienten wäre medizinischem Fachpersonal nicht passiert", sagt Claudia M. Denkinger. Aber kleine Fehler seien natürlich immer möglich.

Anspruchsvoll scheint das nicht: Grundsätzlich kann wohl jeder ein Stäbchen in die Nase oder den Rachen schieben und einen Abstrich machen. "Die Tests können einen Mehrwert bringen, wenn sie gepaart werden mit einer guten Kommunikation, was ein Testresultat wirklich bedeutet", so die Medizinerin.

"Ein negatives Testresultat ist kein Freifahrtsschein. Man muss trotzdem alle Hygieneregeln einhalten."
Claudia M. Denkinger, Leiterin der klinischen Tropenmedizin an der Uniklinik Heidelberg

Ein negatives Testresultat sei kein Freifahrtsschein, sagt Claudia M. Denkinger: "Man muss trotzdem alle Hygieneregeln einhalten." Denn auch die besten Tests können im Schnitt nur vier von fünf der Infektionen erkennen.

Positive Covid-19-Fälle können früher erkannt werden

Ein positives Testresultat bedeutet: "Das muss in sofortiger Isolation resultieren." Denn das sei der große Vorteil der Selbsttests: Das Ergebnis liegt schneller vor, man muss nicht aufs medizinische Team warten.

Im Idealfall könnte man sich auch früher testen, nicht erst, wenn man sich schon ganz krank fühle. "Vielleicht testet man sich auch, wenn man in einer Cluster-Situation war, also in einer Situation, wo man sich einem hohen Risiko einer Infektion ausgesetzt hat."

Selbsttests in der vorderen Nase

Claudia M. Denkinger und ihr Team haben auch untersucht, ob ein Test in der vorderen Nase was taugt. "Wir haben gezeigt, dass der Abstrich in der vorderen Nase ähnlich gut sein kann wie im Nasenrachenraum", sagt die Medizinerin. Zwar sei in der vorderen Nase wahrscheinlich weniger Virus, aber es ist einfacher dort hinzukommen.

In anderen, noch nicht veröffentlichten Studien hat Claudia M. Denkinger Speichel- und Gurgellösungen mit Schnelltests untersucht: "Damit haben wir keine guten Erfahrungen gemacht." Im Mundrachenraum scheint weniger Virus zu sein.

Das sehen auch andere unabhängige Institutionen und das Robert-Koch-Institut so. Es dürften also Selbsttests kommen, die in der vorderen Nase abstreichen.