Das neuartige Coronavirus verbreitet sich schnell und fordert Todesopfer. Andererseits ist die Gefahr, in Deutschland daran zu erkranken, gering. Der Leiter des Science Media Center sagt: Trotzdem schaffen es deutsche Medien, nicht alarmistisch zu berichten.

Fernsehen, Hörfunk, Print und Online-Medien in Deutschland würden das Thema "Neues Coronnavirus" zwar durchaus aufgeregt, nicht aber alarmistisch behandeln, sagt Volker Stollorz. Er ist Leiter des Science Media Center, das sich zum Ziel gesetzt hat, Journalisten bei der korrekten Berichterstattung über wissenschaftliche Themen zu unterstützen.

Chinas Zensur kontrolliert den Informationsfluss

In China sehe die Lage dagegen weitaus unbefriedigender aus: Vor allem in Wuhan und der Provinz Hubei sei es sehr schwierig, überhaupt überprüfbare Fakten zu bekommen, was genau dort passiert ist und weiterhin passiert. Die Zensur kontrolliere quasi alles, unabhängige Nachrichten gebe es praktisch gar nicht mehr. Auch, was über die sozialen Medien verbreitet werde, sei nur schwer einschätzbar.

"Selbst die offiziellen Zahlen aus China muss man mit Vorsicht genießen."
Volker Stollorz, Leiter des Science Media Center in Köln

In Hongkong und Japan gebe es zwar noch ein paar Berichterstatter, die relativ gut Bescheid wüssten. Für ihn, der das Ganze aus Europa betrachtet, sei es jedoch äußerst schwer, die Geschehnisse wissenschaftsjournalistisch einzuschätzen.

Medien müssten informieren und im Falle von etwas Neuem, Überraschenden, Unerwarteten auch alarmieren. Im Falle des potenziell weltweit gefährlichen neuen Coronavirus, das eine Pandemie nach sich ziehen könnte, sei das gegeben.

Keine "Überinformation"

Entscheidend sei es dann aber, keine "Überinformation" zu liefern und damit Panik zu machen. Die Menschen in Deutschland müssen, Stand jetzt, keine Sorge haben, sich hier zu infizieren. Gerüchten und Theorien, die bei Social Media kursieren, sollten sie keinen Glauben schenken.