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Anhand von Tierbewegungsdaten konnten Forschende feststellen, welche Tierarten von der Corona-Pandemie profitiert haben und welchen es durch Distanzregeln und Lockdowns schlechter ergangen ist.

Zu Beginn der Corona-Pandemie haben sich rund 300 Forschende zusammengeschlossen. Ziel dieser "Covid-19-Bio-Logging Initiative" war es, während der Pandemie Tierbewegungsdaten zu analysieren und Beobachtungen auszuwerten. Damit wollten die Forschenden Rückschlüsse darüber ziehen, wie sich die Coronakrise auf unterschiedliche Tierarten auswirkt.

Bestimmte Wildtiere treffen wir ab und an auch in den Städten an, vor allem in waldnahen Gebieten, dazu zählen zum Beispiel Füchse und Wildschweine. Durch die Lockdowns hatten viele Tiere die Möglichkeit, ihre Reviere in Stadtgebieten zu vergrößern, weil sie sich ungestörter bewegen konnten.

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Wölfe, Schakale, Füchse und Affen häufiger gesichtet

In Spanien wagten sich beispielsweise Wölfe vermehrt in die, durch die strikten Ausgangssperren, menschenleeren Städte. In Tel Aviv sind Goldschakale ohne Scheu durch den Stadtpark gestreift. In San Francisco wurden Kojoten gesichtet und in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota Füchse.

In den indischen Großstädten waren auf den Straßen, auf denen vor der Pandemie Hunderttausende Menschen unterwegs waren, viel mehr Affen zu sehen. Die nutzen die Gelegenheit zum Beispiel in der indischen Stadt Hyderabad, um sich im Swimmingpool eines Wohnkomplexes abzukühlen, erzählt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig.

Hirsch in der japanischen Stadt Nara überquert Zebrastreifen.
© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Jae C. Hong
Durch ausbleibende Touristen sind die Sika-Hirsche in der japanischen Kaiserstadt Nara noch ungestörter und ziehen weitere Kreise durch die Stadt

In Deutschland ist es besonders Rehen, Füchsen und Wildschweinen gut ergangen. Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 konnten sie ungestört in die Innenstädte vordringen. Sie versteckten sich in Gärten und bedienten sich am Inhalt von Mülltonnen.

Eine Wildschwein-Mutter mit ihren Jungen in Vorgarten.
© IMAGO / Nature Picture Library
Während des Lockdowns noch ungestörter als sonst: Eine Wildschwein-Mutter mit ihren Jungen in einem Berliner Vorgarten.

Weniger Fahrzeuge, mehr Kröten überleben

Die Krötenwanderung, bei der die Kröten aus ihren Winterquartieren zu ihren Laichgründen wandern, findet zwischen März und Mai statt, also genau zu dem Zeitpunkt, an dem der erste Lockdown in Deutschland durchgesetzt wurde. Damit waren viel weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs, sodass viel mehr Kröten ihre Wanderung überleben konnten.

Hungrige Ratten in New York City fressen sich gegenseitig auf

Tieren, die sich von Essensresten ernähren, die wir produzieren, ging es während der Pandemie deutlich schlechter. So hungerten beispielsweise Gänsegeier im spanischen Segovia, weil wegen der Pandemie alle Restaurants geschlossen blieben. Die Geier, die Aasfresser sind, fanden dadurch nicht genug Fleisch- und Schlachtabfälle.

Besonders schlecht ist es auch den geschätzt zwei Millionen Ratten ergangen, die in Manhattan leben. Die ernähren sich normalerweise von Abfällen, die in den Restaurants und Imbissen anfallen. Während des Lockdowns zwischen März und Juni 2020 waren die Lokale geschlossen, sodass die Ratten unter Hunger litten und sich zum Teil gegenseitig auffraßen.

Kopfläuse durch Distanzregeln benachteiligt

Die Abstandsregeln und die Schließung von Schulen und Kindergärten hat in Deutschland vor allem den Kopfläusen geschadet. Die Parasiten übertragen sich durch Körperkontakt und hatten dadurch weniger Chancen, sich zu verbreiten. Das Social Distancing habe laut einer Studie der AOK dazu geführt, dass der Befall durch Kopfläuse stark zurückgegangen sei.