In China sind bereits mehr als hundert Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, die durch das neue Coronavirus ausgelöst wurde. Auch in Deutschland gibt es erste Infektionsfälle. Zuerst bekannt wurde der Fall eines 33-Jährigen aus Oberbayern. Sollte sich das Virus doch ausbreiten, kann ein Mundschutz unter Umständen vor einer Infektion bewahren, erklärt Virologe Ortwin Adams.

Einige Infektionen werden über sogenannte Tröpfchen übertragen. Die können bis zu einen Meter zurücklegen. Trägt man einen Mundschutz, so bleiben die Tröpfchen dort hängen. Bis zu einem gewissen Grad kann man sich mit einem Mundschutz also vor so einer Infektion schützen, sagt der Virologe Ortwin Adams vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Düsseldorf.

"Mit Einschränkungen kann ein Mundschutz effektiv vor einer Infektion bewahren."
Ortwin Adams, Virologe

Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Ein Grippevirus beispielsweise kann sich auch über das sogenannte Aerosol übertragen. Das sind kleine Schwebepartikel, die tatsächlich auch am Mundschutz vorbeischweben können und dann eingesogen werden. Im Einzelfall lässt sich nicht genau zurückverfolgen, auf welche Weise eine Infektion in den Körper gelangt ist, so der Virologe. Man gehe aber davon aus, dass in den meisten Fällen Tröpfchen für entsprechende Infektionen verantwortlich sind.

Mundschutz ist nicht gleich Mundschutz

Es gibt allerdings verschiedene Arten von Mundschutz, und nicht jeder ist gleich effektiv. Zum einen gibt es den klassischen Mundschutz, den viele aus der Chirurgie kennen dürften. Es gibt aber auch solche, die wesentlich enger anliegen und – je nach Art – noch weniger Partikel durchlassen. Aber: Je dichter so ein Mundschutz ist, desto schwerer fällt auch das Atmen, erklärt Ortwin Adams. Die Erfahrung zeige, dass dies erhebliche Einschränkungen mit sich bringe. Im OP-Saal bleibe es darum auch oft beim klassischen Mundschutz.

Mundschutz täglich wechseln

Damit ein Mundschutz auch tatsächlich hilft, sich vor einer Infektion zu schützen, sollten wir ihn täglich wechseln, rät der Virologe. Durch die eigene Atemluft weiche er nämlich auf und könne einreißen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Mundschutz auf der Außenseite mit Erregern kontaminiert wird, wenn wir ihn zu lange tragen.

"Trägt hier in Deutschland jemand öffentlich einen Mundschutz, erweckt das sofort Emotionen."
Ortwin Adams, Virologe

Ein Mundschutz kann – richtig verwendet – also nicht schaden. In Deutschland sehen wir allerdings so selten eine Person öffentlich einen Mundschutz tragen, dass der Anblick schnell Panikgefühl bei anderen auslöst, sagt Ortwin Adams. Darum solle man sich gut überlegen, ob man einen Mundschutz anlegt. Grund zur Sorge, dass das Coronavirus sich auch in Deutschland ausbreitet, gibt es laut Ortwin Adams jedenfalls nicht. Diese Einschätzung teilen auch viele andere Expertinnen und Experten.